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Google Spam Update August 2026: Ist Ihre Website betroffen — und was jetzt zu tun ist

Vom 18. bis 21. August hat Google ein Spam Update ausgerollt — ohne eine einzige Regel zu ändern. Was das für KMU-Websites bedeutet, wie Sie in zehn Minuten selbst prüfen, ob Sie betroffen sind, und warum gekaufte Links diesmal ausdrücklich nicht dazugehören.

Daniel Alzer

Daniel Alzer

WP Profis, Stans

Vom 18. bis zum 21. August hat Google ein Spam Update ausgerollt — und dabei keine einzige Regel geändert. Verschärft wurde nur die Durchsetzung dessen, was ohnehin schon galt. Für die meisten Schweizer KMU-Websites bedeutet das: nichts. Für einige bedeutet es, dass eine Abkürzung aus früheren Jahren nun Folgen hat. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie den Unterschied in zehn Minuten selbst feststellen — und korrigiert eine Angabe, die derzeit in fast jedem Beitrag zum Thema steht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Keine neuen Regeln. Google hat kein Verbot ergänzt und keine Richtlinie verschärft. Das Update verbessert die automatische Erkennung von Verstössen gegen die bestehenden Spam-Richtlinien. Wer sie einhält, muss nichts ändern.
  • Gekaufte Links gehören ausdrücklich nicht dazu. Google hat gegenüber Search Engine Roundtable bestätigt, dass dieses Update weder die Link-Richtlinie noch die Richtlinie zum Reputationsmissbrauch betrifft. Zahlreiche Beiträge behaupten derzeit das Gegenteil.
  • Google verschickt keine Benachrichtigung. Es kommt kein Brief, keine E-Mail und keine Meldung in der Search Console. Eine Nachricht erhalten Sie nur bei einer manuellen Massnahme — und das ist ein anderer Vorgang. Wer wissen will, ob er betroffen ist, muss die eigenen Zahlen auswerten.
  • Der Selbst-Check dauert zehn Minuten. Zwei Berichte in der Google Search Console, ein Datumsvergleich, ein Blick auf den genauen Tag des Einbruchs. Die Anleitung steht weiter unten, Schritt für Schritt.
  • Eine Erholung dauert Monate, nicht Tage. Das steht so in Googles eigener Dokumentation. Wer eine Wiederherstellung innert zwei Wochen zusagt, verspricht etwas, das er nicht liefern kann.

Was am 18. August passiert ist

Am Dienstag, 18. August 2026, um 18:27 Uhr Schweizer Zeit trug Google einen neuen Eintrag in sein Statusverzeichnis für die Suche ein. Er bestand aus zwei Sätzen: «Released the August 2026 spam update, which applies globally and to all languages. The rollout may take a few days to complete.» Also: ein Spam Update, weltweit und in allen Sprachen, mit einem Rollout von einigen Tagen.

Am Freitag, 21. August, um 10:49 Uhr Schweizer Zeit kam der zweite Eintrag: «The rollout was complete as of August 21, 2026.» Dazwischen liegen zwei Tage, sechzehn Stunden und zweiundzwanzig Minuten. Mehr hat Google nicht veröffentlicht — keinen Blogbeitrag, keine Liste von Zielen, keine Angabe dazu, wie viele Suchanfragen sich verändert haben. Auf LinkedIn ergänzte das Search-Central-Team einen einzigen erläuternden Satz: Es handle sich um ein normales Spam Update.

Das ist wenig — und es ist der Massstab für alles Weitere: Alles, was Sie in den vergangenen Tagen an detaillierten Einschätzungen gelesen haben — welche Branchen es getroffen habe, welche Taktiken gemeint seien, wie viel Prozent der Suchergebnisse sich bewegt hätten —, stammt nicht von Google. Es stammt aus Messwerkzeugen und aus Beobachtungen einzelner Websites.

Der Rollout war nicht ungewöhnlich schnell

In der Berichterstattung wurde die kurze Dauer als bemerkenswert bezeichnet. Ein Blick auf die Jahre davor entkräftet das. Es war 2026 bereits das dritte Spam Update — und von den dreien war es das langsamste.

Spam UpdateZeitraumDauer
März 20245.–20. März 202415 Tage
Juni 202420.–27. Juni 20247 Tage
Dezember 202419.–26. Dezember 20247 Tage
August 202526. August – 22. September 202527 Tage
März 202624.–25. März 2026rund 19 Stunden
Juni 202624.–26. Juni 20262 Tage
August 202618.–21. August 20262 Tage, 16 Stunden
Dauer der dokumentierten Spam Updates. Kurze Rollouts sind seit Anfang 2026 der Normalfall, nicht die Ausnahme.

Für die Praxis folgt daraus zweierlei. Erstens lässt sich aus der Dauer eines Rollouts nichts über sein Ausmass ableiten. Zweitens — und das ist für den Selbst-Check weiter unten der entscheidende Punkt — ist der Zeitpunkt einer Veränderung diesmal ungewöhnlich genau ablesbar, gerade weil der Rollout kurz war. Bei einem Update, das drei Wochen läuft, verwischt der Einbruch. Bei zweieinhalb Tagen nicht.

Eine Einschränkung dazu von Google selbst: In der Woche vor der Ankündigung hatten Messwerkzeuge bereits deutliche Bewegung in den Suchergebnissen gezeigt. John Mueller von Google widersprach der Vermutung, das Update sei heimlich früher gestartet. Wer bereits am 12. oder 15. August verloren hat, muss die Ursache woanders suchen.

Was ein Spam Update ist — in einfacher Sprache

Stellen Sie sich die Lebensmittelkontrolle vor. Es gibt ein Hygienereglement, und es gilt seit Jahren unverändert. Von Zeit zu Zeit prüft die Kontrolle die Betriebe. Wird sie gründlicher — bessere Messgeräte, geschultes Personal —, fallen Betriebe auf, die zuvor unbeanstandet geblieben sind. Das Reglement hat sich nicht geändert. Geändert hat sich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verstoss entdeckt wird.

Genau das ist ein Spam Update. Google unterhält eine Liste von sechzehn Spam-Richtlinien — vom versteckten Text über automatisch erzeugte Massenseiten bis zum gekauften Link. Diese Liste ist öffentlich und ändert sich selten. Was sich mit einem Spam Update ändert, ist das automatische Erkennungssystem dahinter, das Google SpamBrain nennt. Google beschreibt Spam Updates in seiner Dokumentation als «notable improvements» an genau diesem System.

Daraus folgt ein Punkt, der in der Praxis regelmässig übersehen wird: Ein Spam Update trifft keine Website ohne Anlass. Betroffen sind Websites, auf denen sich etwas befindet, das seit längerem gegen eine Richtlinie verstösst — bisher nur unbemerkt. Bei KMU-Websites stammt dieses «etwas» in den meisten Fällen nicht vom Inhaber, sondern von einer Agentur, die vor drei oder fünf Jahren ein Paket verkauft hat.

Drei Begriffe, die regelmässig verwechselt werden

Bevor Sie Ihre Zahlen auswerten, lohnt es sich, drei Begriffe auseinanderzuhalten. Sie führen zu völlig unterschiedlichen Massnahmen, und sie werden in Beratungsgesprächen regelmässig durcheinandergebracht.

ArtWas passiertErfahren Sie davon?
Spam UpdateEin automatisches System bewertet Ihre Website neu, weil seine Erkennung von Richtlinienverstössen verbessert wurde.Nein. Keine Nachricht, keine Meldung. Nur die Zahlen zeigen es.
Core UpdateGoogle ändert grundsätzlich, wie es Qualität und Relevanz gewichtet. Kein Vorwurf an Ihre Website — die Konkurrenz wird neu sortiert.Nein. Ebenfalls nur an den Zahlen ablesbar.
Manuelle MassnahmeEine Person bei Google hat Ihre Website geprüft und einen Verstoss festgestellt.Ja. Im Bericht «Manuelle Massnahmen» der Search Console und im Nachrichtencenter.
Das Spam Update vom August 2026 ist Zeile eins. Das letzte Core Update endete am 2. Juni 2026 — es kommt als Erklärung für einen Einbruch im August nicht in Frage.

Die dritte Zeile ist der günstigste Fall: Bei einer manuellen Massnahme wissen Sie, woran Sie sind, Sie sehen den genauen Vorwurf, und Sie können nach der Bereinigung eine Überprüfung beantragen. Bei den ersten beiden gibt es weder Vorwurf noch Antragsformular. Deshalb beginnt die Prüfung mit dem Bericht, der eine eindeutige Antwort liefert.

Worauf dieses Update zielt — und worauf nicht

An dieser Stelle ist eine Korrektur nötig, denn die Mehrheit der deutschsprachigen Beiträge zum Thema ist hier unzutreffend. In vielen Zusammenfassungen steht, das Update ziele unter anderem auf gekaufte Links. Das ist nicht der Fall.

Google hat zwar keine Zielliste veröffentlicht, aber auf Nachfrage von Barry Schwartz — dem Journalisten, der Google-Updates seit zwei Jahrzehnten dokumentiert — zwei Ausschlüsse bestätigt: Dieses Update betrifft nicht die Richtlinie zu Link-Spam, es betrifft nicht die Richtlinie zum Reputationsmissbrauch, und es betrifft «einige weitere Richtlinien» ebenfalls nicht. Welche das sind, hat Google offengelassen. Auf die Frage, wie viele Suchanfragen betroffen seien, gab Google keine Auskunft.

Damit bleibt die Auskunftslage begrenzt, und jede genauere Angabe ist eine Vermutung. Die Richtlinien, die praktisch in Frage kommen, sind die inhaltsbezogenen. Für KMU-Websites sind das im Wesentlichen diese fünf — mit Googles eigener Definition, in verständliche Sprache übersetzt:

RichtlinieWas Google darunter verstehtWie es bei KMU aussieht
Massenhaft erzeugte Inhalte
(scaled content abuse)
Viele Seiten, die in erster Linie erzeugt wurden, um Rankings zu beeinflussen, und nicht, um jemandem zu helfen.Das Paket «vier Blogartikel pro Woche», automatisch erzeugt, ohne dass jemand sie je gelesen hat.
Brückenseiten
(doorway abuse)
Seiten, die für ähnliche Suchanfragen gebaut wurden und Besucher auf Zwischenseiten führen, die weniger nützlich sind als das eigentliche Ziel.Vierzig fast identische Ortsseiten: «Sanitär Zürich», «Sanitär Winterthur», «Sanitär Uster» — alle mit demselben Text und getauschtem Ortsnamen.
Kopierte Inhalte
(scraping)
Inhalte von anderen Websites übernommen, ohne eigenen Mehrwert.Der Leistungstext, den die Agentur beim Mitbewerber abgeschrieben und leicht umgestellt hat.
Versteckter Text und versteckte Links
(hidden text and link abuse)
Inhalte, die für Suchmaschinen sichtbar sind, für Besucher aber nicht.Der Keyword-Block in weisser Schrift auf weissem Grund im Fussbereich. Kommt seltener vor als früher, aber er kommt vor.
Irreführende Weiterleitungen
(sneaky redirects)
Besucher landen woanders als dort, was das Suchergebnis versprochen hat.Alte Domains aus einem früheren Relaunch, die pauschal auf die Startseite umgeleitet werden.
Fünf der sechzehn Spam-Richtlinien von Google, in der Praxis bei KMU-Websites die häufigsten. Ob dieses Update genau sie betrifft, hat Google nicht gesagt — sie einzuhalten lohnt sich unabhängig davon.

Eine Frage, die in Beratungsgesprächen regelmässig aufkommt, gehört an dieser Stelle beantwortet: Mit KI geschriebene Texte sind nicht automatisch ein Verstoss. Googles Formulierung dazu ist präzise: «If you use automation, including AI-generation, to produce content for the primary purpose of manipulating search rankings, that’s a violation of our spam policies.» Entscheidend ist der Zweck, nicht das Werkzeug. Ein KI-unterstützter Text, den ein Mensch geprüft, ergänzt und verantwortet, fällt nicht darunter. Zweihundert automatisch erzeugte Ortsseiten fallen darunter — auch dann, wenn ein Mensch sie geschrieben hätte.

Selbst prüfen: fünf Schritte in der Search Console

Sie brauchen dafür einen Zugang zur Google Search Console für Ihre Domain. Der Zugang ist kostenlos, und die Search Console ist die einzige Quelle, die zeigt, wie Google Ihre Website in den Suchergebnissen behandelt. Ein Analysewerkzeug auf Ihrer Seite — Plausible, Matomo, Google Analytics — erfasst Besucher. Es erfasst nicht, wie Sie in den Suchergebnissen stehen.

  1. Zuerst die manuellen Massnahmen. In der linken Spalte unter «Sicherheit und manuelle Massnahmen» den Bericht «Manuelle Massnahmen» öffnen. Steht dort «Keine Probleme erkannt», ist der gravierendste Fall ausgeschlossen. Steht dort ein Eintrag, betrifft Sie dieser Beitrag nicht: Dann liegt kein algorithmischer Effekt vor, sondern ein konkreter Vorwurf mit einem konkreten Weg zurück — und er hat nichts mit dem Update vom August zu tun.
  2. Den Leistungsbericht auf Vergleich stellen. «Leistung» öffnen, oben auf den Datumsfilter klicken, den Reiter «Vergleichen» wählen und zwei benutzerdefinierte Zeiträume eintragen: 18. bis 24. August gegen 11. bis 17. August. Sieben Tage gegen sieben Tage, damit sich die Wochentage decken — das Suchverhalten am Sonntag unterscheidet sich von dem am Dienstag. Alle vier Kennzahlen oben einschalten: Klicks, Impressionen, CTR, durchschnittliche Position.
  3. Auf Impressionen schauen, nicht auf Klicks. Impressionen zählen, wie oft Ihre Seite in den Ergebnissen erschienen ist. Diese Zahl ist bei kleinen Websites um ein Vielfaches grösser als die Klickzahl und deshalb die deutlich verlässlichere Kennzahl. Ein Rückgang von acht auf vier Klicks ist ohne Aussagekraft. Ein Rückgang der Impressionen um vierzig Prozent bei gleichbleibender Position ist ein Befund.
  4. Den genauen Tag suchen. Zurück auf einen einzelnen Zeitraum wechseln, drei Monate einstellen und die Kurve anschauen. Die entscheidende Frage lautet nicht «ist es weniger geworden», sondern «wann genau». Fällt die Kurve zwischen dem 18. und 21. August ab und bleibt danach unten, passt das zum Update. Fällt sie schon Anfang August, sinkt sie langsam über Wochen oder erholt sie sich nach zwei Tagen von selbst, dann hat sie eine andere Ursache.
  5. Aufschlüsseln, wo es passiert ist. Unter der Kurve liegen die Reiter «Suchanfragen» und «Seiten». Mit eingeschaltetem Vergleich zeigen sie, welche Seiten und welche Suchbegriffe verloren haben. Das ist der aussagekräftigste der fünf Schritte, denn ein Spam Update trifft selten alles gleichmässig. Verlieren ausgerechnet die weitgehend identischen Ortsseiten oder die Blogbeiträge aus einem Content-Paket, ist die Ursache damit eingegrenzt. Verliert alles gleichmässig wenig, liegt sie meist woanders.

Zwei Dinge, die dabei regelmässig für Verwirrung sorgen. Erstens: Die Daten der Search Console hinken hinterher. In unserem eigenen Export vom 25. August reichten die Zahlen bis zum 23. August — zwei Tage Verzug. Wer am Tag nach einem Update nachschaut, sieht das Update noch gar nicht. Zweitens ist der August in der Schweiz Ferienzeit. Ein Rückgang der Suchanfragen in der ersten Augusthälfte ist in vielen Branchen saisonal bedingt. Der Vergleich, der das ausschliesst, ist derselbe Zeitraum im Vorjahr — falls Ihre Daten so weit zurückreichen.

Aus der Werkstatt: die Auswertung an der eigenen Domain

Die oben beschriebene Auswertung haben wir für wp-profis.com selbst vorgenommen. Sie zeigt keine Veränderung. Wir führen sie hier trotzdem auf, weil an ihr sichtbar wird, wie belastbar solche Zahlen tatsächlich sind.

Kennzahl12.–17. August18.–23. August
Impressionen1’4451’445
Durchschnittliche Position48,942,5
Eigene Search-Console-Daten von wp-profis.com, Export vom 25. August 2026, jeweils sechs Tage vor und nach dem Start des Rollouts. Eine niedrigere Positionszahl ist besser.

Die Zahl der Einblendungen ist in beiden Zeiträumen identisch, die durchschnittliche Position hat sich um gut sechs Plätze verbessert. Ein Ausschlag in eine Richtung ist nicht erkennbar. Für Ihre eigene Auswertung sind drei Einordnungen dazu wichtiger als das Ergebnis selbst:

  • Die identische Zahl ist Zufall, kein Beweis. Zwei Sechstagefenster mit derselben Summe sind eine Übereinstimmung ohne Aussagewert. Wer daraus eine Schlussfolgerung ableitet, begeht denselben Fehler wie jemand, der aus zwei verlorenen Klicks eine Abstrafung ableitet.
  • Die Positionsverbesserung ist ebenfalls kein Ergebnis. Sie dürfte darauf zurückgehen, dass im zweiten Zeitraum andere Suchanfragen erfasst wurden — die durchschnittliche Position verschiebt sich bereits, wenn ein einzelner schlecht platzierter Begriff wegfällt. Ohne Aufschlüsselung nach Suchanfrage sagt der Wert wenig.
  • Sechs Tage sind ein kurzes Fenster. Der Rollout endete am 21. August; bis sich Veränderungen vollständig in den Daten abbilden, vergehen weitere Tage. Wir werten die Zahlen Mitte September erneut aus und ergänzen den Beitrag, falls sich das Bild ändert.

Entscheidend ist die Zurückhaltung bei der Deutung. Bei einer Website mit einigen tausend Impressionen im Monat ist der grösste Teil der täglichen Schwankung statistisches Rauschen. Die häufigste Fehldiagnose nach einem Google-Update ist nicht die übersehene Abstrafung, sondern die vermeintliche: eine normale Schwankung, die als Abstrafung gedeutet und mit übereilten Änderungen «repariert» wird.

Feststellen, was frühere Dienstleister hinterlassen haben

In der Beratung begegnet uns am häufigsten die folgende Ausgangslage: Ein Betrieb hat vor Jahren ein SEO-Paket eingekauft, die Zusammenarbeit ist längst beendet, und niemand im Betrieb weiss noch, was damals umgesetzt wurde. Vier Kontrollen schaffen darüber in einer knappen Stunde Klarheit — alle ohne Zusatzsoftware.

  1. Die Seitenliste durchgehen. In der Search Console unter «Leistung» den Reiter «Seiten» öffnen und auf drei Monate stellen. Dann die Liste von unten nach oben lesen. Gesucht sind Adressen, die Sie nicht kennen: Ortsseiten, Varianten desselben Leistungstexts, Blogbeiträge zu Themen, mit denen Ihr Betrieb nichts zu tun hat. Alternativ im WordPress-Adminbereich unter «Seiten» nach Datum sortieren und den Zeitraum der damaligen Zusammenarbeit anschauen.
  2. Eine Ortsseite mit der nächsten vergleichen. Zwei davon nebeneinander im Browser öffnen. Sind die Texte bis auf den Ortsnamen identisch, ist das eine Brückenseite im Sinne der Richtlinie — unabhängig davon, wie gut sie einmal funktioniert hat.
  3. Einen eigenen Satz bei Google suchen. Nehmen Sie einen charakteristischen Satz aus einem Leistungstext, setzen Sie ihn in Anführungszeichen und suchen Sie ihn. Erscheinen fremde Websites mit demselben Satz, wurde entweder bei Ihnen abgeschrieben oder für Sie. Beides sollten Sie wissen.
  4. Den Quelltext der Startseite überfliegen. Im Browser mit Strg+U beziehungsweise cmd+alt+U öffnen und mit der Suchfunktion nach display:none und font-size:0 suchen. Beides hat legitime Verwendungen, aber wenn dahinter eine Aufzählung von Ortsnamen und Suchbegriffen steht, haben Sie versteckten Text gefunden.

Bei den Links ist die Lage komplizierter. Gekaufte Links sind, wie oben belegt, nicht Gegenstand dieses Updates — sie bleiben aber ein Verstoss gegen Googles Richtlinien, und Angebote wie «500 Backlinks für 199 Franken» werden bis heute verkauft. Der wichtige Punkt für die Beurteilung: Google entwertet solche Links inzwischen überwiegend, statt die Zielseite zu bestrafen. Zu Updates, die sich gezielt mit Link-Spam befassen, schreibt Google, Änderungen brächten dann unter Umständen gar keine Verbesserung — denn sobald die Systeme die Wirkung solcher Links entfernen, sei «jeder Ranking-Vorteil verloren, den die Links vorher erzeugt haben», und er lasse sich nicht zurückgewinnen. Es entfällt also ein Vorteil, der nie auf eigener Leistung beruhte. Die Bereinigung alter Linkpakete ist deshalb selten die dringendste Aufgabe — und das Werkzeug dafür, die Disavow-Funktion, kann in ungeübten Händen mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Warum es keinen Schnellfix gibt

Angenommen, die Prüfung hat einen Befund ergeben und Sie bereinigen ihn. Wie lange dauert es, bis das wirkt? Google beantwortet diese Frage in der eigenen Dokumentation zu Spam Updates eindeutig: «Making changes may help a site improve if our automated systems learn over a period of months that the site complies with our spam policies.» Über einen Zeitraum von Monaten. Diese Angabe stammt nicht von einem Beobachter, sondern von Google selbst.

Der Grund dafür ist technischer, nicht organisatorischer Natur. Es gibt keinen Antrag und keine Prüfstelle. Google muss Ihre Website neu erfassen, die Änderungen verarbeiten und neu bewerten — und die Bewertung selbst wird erst bei einem der periodischen Durchläufe des Systems aktualisiert. Zwischen der Reparatur und ihrer Wirkung liegt also mindestens ein weiterer Durchlauf. Bei drei Spam Updates im laufenden Jahr heisst das im Schnitt: einige Monate.

Daraus ergibt sich eine einfache Prüffrage für jedes Angebot, das Sie in den nächsten Wochen erhalten. Wer eine Wiederherstellung «innert zwei Wochen» oder «bis Ende Monat» verspricht, verspricht etwas, das ausserhalb seiner Kontrolle liegt. Das ist kein Zeichen von Können, sondern das erste Warnzeichen — nachzulesen auch in unserem Beitrag Zuverlässige WordPress-Agentur erkennen.

In solchen Fällen empfehlen wir die folgende Reihenfolge. Zuerst den Verstoss beenden: Brückenseiten zusammenführen oder entfernen, kopierte Texte ersetzen, versteckten Text löschen. Anschliessend die verbleibenden Seiten so überarbeiten, dass sie inhaltlich für sich bestehen. Danach messen und abwarten. Und in dieser Zeit die Suche nicht als einzigen Kanal betreiben — ein halbes Jahr ohne Anfragen aus der Suche muss ein Betrieb überbrücken können.

Vorbeugung: was dauerhaft Bestand hat

Die Vorbeugung gegen Spam Updates lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Bauen Sie nichts, dessen Hauptzweck eine Suchmaschine ist. Alles Weitere ergibt sich daraus.

  • Wenige belastbare Seiten statt vieler austauschbarer. Eine sorgfältig erarbeitete Leistungsseite ist vierzig Ortsvarianten überlegen — und sie übersteht jedes Update.
  • Regionale Sichtbarkeit über Substanz statt über Ortsseiten. Referenzen aus der Region, ein gepflegter Google-Unternehmensprofil-Eintrag, Einträge in etablierten Branchenverzeichnissen, Fotos realisierter Projekte. Das lässt sich nicht in vierzig Varianten kopieren, und genau deshalb wirkt es.
  • KI als Werkzeug, nicht als Fliessband. Für Entwurf, Recherche und Formulierung ist der Einsatz unproblematisch. Veröffentlicht wird erst, wenn jemand aus dem Betrieb den Text gelesen, korrigiert und mit eigener Erfahrung ergänzt hat. Was diese Prüfung nicht durchläuft, gehört nicht auf die Website.
  • Search Console einrichten und monatlich auswerten. Der Aufwand liegt bei rund zehn Minuten. Wer den eigenen Verlauf kennt, erkennt einen echten Einbruch sofort — und erkennt vor allem, wenn keiner vorliegt.
  • Fragen Sie jeden Dienstleister, was er konkret tut. Wer die Frage nicht in verständlichen Sätzen beantworten kann oder auf «Betriebsgeheimnis» ausweicht, baut möglicherweise gerade das, was Sie in drei Jahren aufräumen müssen.

Was sich mit den Antwortmaschinen ändert und was gleich bleibt, haben wir in GEO und SEO ausführlich behandelt. Der Befund gilt auch hier: Die Technik ändert sich laufend, die Grundlage nicht.

Häufige Fragen

Meine Besucherzahlen sind seit Mitte August tiefer. War das das Update?

Möglicherweise nicht. Der Rollout begann am 18. August abends und endete am 21. August. Beginnt Ihr Rückgang davor, kommt das Update als Ursache kaum in Frage — Google hat ausdrücklich widersprochen, dass es früher gestartet sei. Prüfen Sie ausserdem den Kalender: Der August ist in der Schweiz Ferienzeit, viele Suchanfragen gehen saisonal zurück. Der Vergleich mit demselben Zeitraum im Vorjahr klärt das schnell. Die Anleitung dazu steht weiter oben.

Bekomme ich eine Nachricht von Google, wenn meine Website betroffen ist?

Nein. Spam Updates laufen vollautomatisch und lösen keine Benachrichtigung aus. Eine Nachricht erhalten Sie ausschliesslich bei einer manuellen Massnahme, also wenn ein Mensch bei Google Ihre Website geprüft und einen Verstoss festgestellt hat — dann erscheint sie im Bericht «Manuelle Massnahmen» und im Nachrichtencenter der Search Console. Wenn Ihnen jemand schreibt, Google habe Sie abgestraft, und sich dabei auf eine Mitteilung beruft, existiert diese Mitteilung nicht.

Sind Texte, die mit KI geschrieben wurden, jetzt gefährlich?

Nein, nicht grundsätzlich. Googles Richtlinie stellt auf den Zweck ab, nicht auf das Werkzeug: Automatisierung — ausdrücklich einschliesslich KI —, die eingesetzt wird, um in erster Linie Rankings zu beeinflussen, verstösst gegen die Spam-Richtlinien. Ein mit KI entworfener, von einem Menschen geprüfter und verantworteter Text tut das nicht. Die Grenze verläuft nicht zwischen Mensch und Maschine, sondern zwischen «für Leserinnen und Leser gemacht» und «für die Rangliste gemacht».

Wir haben vor Jahren Backlinks gekauft. Müssen wir jetzt handeln?

Nicht wegen dieses Updates — Google hat bestätigt, dass die Link-Richtlinie diesmal nicht Gegenstand ist. Unabhängig davon bleibt der Kauf von Links ein Richtlinienverstoss. Die entscheidende Einordnung: Googles Systeme entwerten solche Links heute überwiegend, statt die Zielseite zu bestrafen. Damit fällt der Vorteil weg, den sie erzeugt haben — ein zusätzlicher Schaden entsteht in der Regel nicht. Vor einem Einsatz der Disavow-Funktion sollten Sie sich beraten lassen; falsch angewendet entwertet sie auch Verweise, die Ihnen nützen.

Hilft es, alle alten Blogbeiträge zu löschen?

In den meisten Fällen nicht, und oft schadet es. Löschen ist dann sinnvoll, wenn Seiten in erster Linie für Suchmaschinen erzeugt wurden und niemandem nützen — etwa Massenware aus einem Content-Paket. Für alles andere ist die Überarbeitung der bessere Weg: zusammenführen, aktualisieren, inhaltlich verantworten. Wer nach einem Update pauschal Inhalte entfernt, trifft dabei regelmässig auch Seiten, die weiterhin Besucher gebracht haben.

Was ist der Unterschied zwischen Spam Update und Core Update?

Ein Spam Update richtet sich gegen Verstösse gegen konkrete Richtlinien. Ein Core Update ändert grundsätzlich, wie Google Qualität und Relevanz gewichtet — dabei wird niemandem ein Verstoss vorgeworfen, die Rangfolge wird neu sortiert. Für die Einordnung eines Einbruchs im August ist der Unterschied praktisch: Das letzte Core Update lief vom 21. Mai bis zum 2. Juni 2026. Als Erklärung für eine Veränderung Mitte August kommt es nicht in Betracht.

Kommt so etwas wieder?

Ja, regelmässig. 2026 gab es bis Ende August drei Spam Updates: im März, im Juni und im August. Laut Google folgen dem Spam Update zudem periodische Auffrischungen. Eine Website, die die Richtlinien einhält, ist von keinem davon betroffen — das ist das eigentliche Argument für eine saubere Grundlage.

Fazit

Das August-Update ist keine Nachricht, die Sie beunruhigen muss. Es hat keine Regel geändert, es trifft nach allem, was bekannt ist, keine Website, die sauber gebaut ist, und es lässt sich mit zwei Berichten in der Search Console innerhalb einer Viertelstunde für die eigene Domain klären.

Bemerkenswert an solchen Updates ist etwas anderes: Sie legen offen, was auf einer Website steht, ohne dass der Betrieb noch davon weiss. Wer irgendwann ein günstiges Paket eingekauft hat, trägt dessen Ergebnisse weiter — die dreissig Ortsseiten, die Textbausteine, die Links. Solange nichts geschieht, fällt das niemandem auf. Und wenn etwas geschieht, sucht man den Fehler zuerst bei sich, obwohl man ihn nie eingebaut hat.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Website betroffen ist, oder wenn Sie nicht wissen, was ein früherer Dienstleister hinterlassen hat: Schicken Sie uns die Adresse. Sie erhalten innert einem Werktag eine ehrliche Einschätzung — auch dann, wenn sie lautet, dass alles in Ordnung ist und Sie nichts tun müssen. Das ist der kostenlose SEO-Check; wie wir arbeiten und was wir ausdrücklich nicht versprechen, steht auf derselben Seite. Der direkte Weg führt über das Kontaktformular.

Quellen

Stand: 27. August 2026. Die Zahlen im Abschnitt «Aus der Werkstatt» stammen aus einem eigenen Search-Console-Export vom 25. August 2026 und decken sechs Tage vor und nach dem Start des Rollouts ab — ein kurzes Fenster. Wir schauen Mitte September erneut hin und ergänzen den Beitrag, falls sich das Bild ändert oder Google weitere Angaben zum Update veröffentlicht.

Daniel Alzer

Über den Autor

Daniel Alzer — Inhaber & Geschäftsführer, WP Profis

Entwickelt und betreut seit über zehn Jahren WordPress-Websites für KMU in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Mehr über uns →

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