WordPress 7.0 ist der erste Major Release des Jahres 2026 und markiert offiziell den Start von Phase 3 des Gutenberg-Projekts: Zusammenarbeit. Mit asynchronen Kollaborations-Werkzeugen, einer nativen KI-Schnittstelle und dem modernisierten Admin-Interface DataViews ist es der tiefgreifendste Versionssprung seit der Einführung des Block-Editors im Jahr 2018.
WordPress 7.0 mit dem Release-Namen «Armstrong» ist seit dem 20. Mai 2026 offiziell verfügbar. Die zunächst als Headline-Feature geplante Echtzeit-Kollaboration wurde am 8. Mai 2026 ganz aus 7.0 herausgenommen — ausgeliefert wurden stattdessen asynchrone Kollaborations-Werkzeuge. Wir zeigen Ihnen, was 7.0 konkret mitbringt und wie Sie das Update sicher einspielen.
Das Wichtigste in Kürze
- «Armstrong» ist seit dem 20. Mai 2026 verfügbar und startet mit asynchronen Kollaborations-Werkzeugen, nativer KI-Schnittstelle und dem neuen DataViews-Admin die Gutenberg-Phase 3.
- Die Echtzeit-Kollaboration wurde kurz vor Release gestrichen. Auch 7.1 (19. August 2026) bringt sie nicht als Standard — dort werden die asynchronen Notes ausgebaut. 7.0 liefert Block-Notes, Vorschlags-Modus und @Mentions.
- Die Mindestanforderung steigt auf PHP 7.4 — Sites auf PHP 7.2 oder 7.3 erhalten kein automatisches Update und verbleiben auf dem 6.9-Branch.
- Breaking Changes betreffen vor allem Custom-Blöcke (Block API v3), den iframed Editor und Plugins, die Admin-Listenansichten erweitern.
- Die nativen KI-Funktionen sind Opt-in — vorher DSGVO/nDSG, Datenschutzerklärung und die unverschlüsselte Speicherung der API-Keys klären.
Die drei grossen Themen auf einen Blick
WordPress 7.0 wurde intern unter dem Arbeitstitel «Workflows» entwickelt — mit drei klaren Schwerpunkten, die sich direkt auf Ihre tägliche Arbeit auswirken.
| Kriterium | Bisher (6.x) | Mit WordPress 7.0 |
|---|---|---|
| Zusammenarbeit | Nur ein Benutzer kann gleichzeitig bearbeiten (Post-Locking) | Block-Notes, Vorschlags-Modus, @Mentions und Visual Revisions — Echtzeit-Bearbeitung ist auch für 7.1 nicht als Standard vorgesehen |
| KI-Integration | Dutzende konkurrierende Plugins mit je eigener API | Native, provider-agnostische Schnittstelle im Core (AI Client + Abilities API) |
| Admin-Oberfläche | Weitgehend unverändert seit 2013 | DataViews: modernes Listen-Interface + Command Palette (⌘K) |
Was konkret neu ist
Asynchrone Kollaboration im Block-Editor
Was 7.0 statt der gestrichenen Echtzeit-Bearbeitung bringt, ist asynchrone Zusammenarbeit: Über Block-Notes hinterlassen Sie Kommentare direkt am einzelnen Block, im Vorschlags-Modus schlagen Sie Änderungen vor, ohne den Text sofort zu überschreiben, und per @Mentions ziehen Sie Kolleginnen gezielt hinzu. Spezielle Server-Infrastruktur braucht es nicht — die Werkzeuge laufen auf praktisch jedem Schweizer Shared-Hosting.
Native KI-Integration: AI Client, Abilities API und Connectors
Bislang war KI in WordPress eine Plugin-Baustelle. WordPress 7.0 ändert das mit drei zusammenspielenden Komponenten:
- AI Client — Einheitliche Core-Schnittstelle für KI-Modelle von OpenAI, Anthropic, Google und weiteren — ohne eigene Integrationsarbeit.
- Abilities API — Plugins registrieren «Fähigkeiten» wie «Beitrag erstellen» — KI-Agenten entdecken und nutzen sie standardisiert.
- Connectors — Externe KI-Zugänge zentral unter Einstellungen → Connectors einrichten — einmal konfiguriert, für alle Plugins verfügbar.
Weitere Neuerungen im Überblick
Visual Revisions
Zwei Versionen einer Seite nebeneinander vergleichen — Layout-Änderungen auf einen Blick statt Textdiffs.
Responsive Editing
Blöcke gezielt für Desktop, Tablet und Smartphone ein- oder ausblenden — ohne Custom-CSS.
Command Palette (⌘K)
Jede Admin-Aktion und Seite per Tastenkürzel erreichbar — wie in Notion oder VS Code.
DataViews + Media Processing
App-artige Listenansichten ohne Seitenreload; Bilder werden schon im Browser komprimiert.
Für Webseitenbetreiber: Was bedeutet das für Ihre Website?
Kurz zur Einordnung: Nach dem Hauptrelease sind bereits drei Folgeversionen erschienen. 7.0.1 (9. Juli 2026) brachte 31 Fehlerbehebungen; 7.0.2 (17. Juli 2026) ist ein Sicherheitsupdate, das eine kritische und eine hochstufige Lücke schliesst — WordPress hat dafür sogar automatische Updates erzwungen. Dieses Sicherheitsupdate sollten Sie zeitnah einspielen. Prüfen Sie ausserdem, ob Ihre PHP-Version die Anforderungen von 7.0 (mindestens PHP 7.4) erfüllt, unter Werkzeuge → Website-Zustand — und spielen Sie Updates nach Möglichkeit zuerst auf einer Staging-Umgebung ein, nie ungetestet direkt auf der Live-Website. Wer das nicht selbst übernehmen möchte, ist mit einer laufenden professionellen WordPress-Wartung gut beraten — dort werden Sicherheitsupdates zügig eingespielt.
Hinweis
API-Keys aus der Connectors-UI sind in der Datenbank nicht verschlüsselt abgelegt. Für produktive Umgebungen: Credentials über Umgebungsvariablen oder PHP-Konstanten laden — oder KI-Funktionen vorerst aus lassen, bis Rechtsrahmen und Datenflüsse geklärt sind.
Praktische Checkliste: So bereiten Sie Ihre Website vor
- Vollständiges Backup erstellen — Datenbank und Dateisystem, nicht nur beim Hoster.
- PHP-Version prüfen — Sites auf 7.2/7.3 müssen jetzt upgraden. Empfehlung: PHP 8.3+.
- Plugin- und Theme-Audit — Augenmerk auf Plugins, die Admin-Listenansichten erweitern (DataViews).
- Staging-Umgebung einrichten — identische Testkopie der Live-Website.
Fazit
WordPress 7.0 ist weniger ein Feature-Release als ein struktureller Wendepunkt. Wer jetzt seine PHP-Version aktualisiert, sein Plugin-Portfolio entschlackt und eine saubere Staging-Umgebung hat, macht den Sprung auf 7.0 zum Nicht-Ereignis. Wer auf einem jahrelang nicht gepflegten Setup sitzt, sollte den Release als Anlass nehmen, technische Schulden abzubauen — manchmal ist ein strukturierter Relaunch der bessere Weg.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist WordPress 7.0 erschienen?
Am 20. Mai 2026. Der ursprüngliche Termin (9. April) wurde verschoben; die Echtzeit-Kollaboration wurde am 8. Mai ganz aus 7.0 gezogen; ihr Umfang für spätere Versionen ist offen. Seither sind drei Folgeversionen erschienen: das Wartungs-Release 7.0.1 am 9. Juli (31 Fehlerbehebungen), das Sicherheitsupdate 7.0.2 am 17. Juli und 7.0.3 am 6. August 2026 — ein reines Sicherheitsrelease mit zwölf Korrekturen, das Sie einspielen sollten.
Muss ich sofort aktualisieren?
Bei Sicherheitsupdates ja, zeitnah: 7.0.2 (17. Juli 2026) schliesst eine kritische Lücke — spielen Sie es nach einem kurzen Staging-Test ein. Beim Sprung auf einen ganz neuen Hauptrelease darf man dagegen ruhig das erste Wartungs-Release abwarten. Wer vorerst auf 6.9.x bleibt, erhält weiterhin Security-Backports, sollte diese dann aber konsequent installieren.
Welche PHP-Version brauche ich?
Mindestens PHP 7.4; empfohlen ist PHP 8.3 oder neuer. Prüfung unter Werkzeuge → Website-Zustand oder beim Hosting-Anbieter.
Funktionieren meine bestehenden Plugins?
Gut gepflegte meist ja. Kritisch: klassische Meta Boxes, Custom-Admin-CSS, Custom-Blöcke auf alten Block-API-Versionen und Listenansicht-Erweiterungen. Nur ein Staging-Test schafft Gewissheit.



