WordPress 7.0: Neue Features, KI-Integration & was sich ändert

Datum:

Kategorie:

Lesedauer:

ca. 14 Minuten

WordPress 7.0 ist der grösste Release seit Gutenberg: Echtzeit-Kollaboration im Editor, eine native KI-Schnittstelle und das neue DataViews-Interface verändern die Plattform grundlegend. Wir zeigen, was konkret neu ist, was Webseitenbetreiber über den PHP-Drop wissen müssen und worauf Agenturen bei Abilities API und iframed Editor achten sollten.

WordPress 7 mit Live-Funktion

WordPress 7.0 ist der erste Major Release des Jahres 2026 und markiert offiziell den Start von Phase 3 des Gutenberg-Projekts: Zusammenarbeit. Mit echter Echtzeit-Kollaboration im Block-Editor, einer nativen KI-Schnittstelle und einem modernisierten Admin-Interface namens DataViews ist es der tiefgreifendste Versionssprung seit der Einführung des Block-Editors im Jahr 2018. Für die rund 42,5 % aller Websites weltweit, die auf WordPress laufen (Quelle: W3Techs, April 2026), bedeutet das: Einiges wird anders — und einiges davon betrifft Sie direkter, als Sie vielleicht denken.

Der ursprünglich für den 9. April 2026 angesetzte Release wurde vom WordPress-Core-Team Ende März wegen architektonischer Probleme bei der neuen Echtzeit-Kollaboration um mehrere Wochen verschoben. Ein aktualisierter Zeitplan wird in den kommenden Wochen erwartet; Beobachter aus der Community rechnen aktuell mit einem Release im Mai oder Juni 2026. Die Feature-Entwicklung selbst ist abgeschlossen — was dieser Artikel beschreibt, entspricht exakt dem, was mit 7.0 ausgeliefert wird. Wir zeigen Ihnen, was WordPress 7.0 konkret mitbringt, was es für Webseitenbetreiber und Agenturen bedeutet und wie Sie sich heute schon sinnvoll vorbereiten.

Die drei grossen Themen von WordPress 7.0 auf einen Blick

Statt einer Feature-Aufzählung lohnt sich der Blick auf die strategische Ausrichtung. WordPress 7.0 ist intern unter dem Arbeitstitel «Workflows» entwickelt worden — mit drei klaren Schwerpunkten, die sich direkt auf Ihre tägliche Arbeit mit WordPress auswirken.

BereichBisher (WordPress 6.x)Mit WordPress 7.0
ZusammenarbeitNur ein Benutzer kann gleichzeitig bearbeiten (Post-Locking)Echtzeit-Kollaboration mit Live-Cursoren; Notes mit Echtzeit-Sync
KI-IntegrationDutzende konkurrierende Plugins mit je eigener APINative, provider-agnostische Schnittstelle im Core (AI Client + Abilities API)
Admin-OberflächeWeitgehend unverändert seit 2013DataViews: modernes, app-artiges Listen-Interface + Command Palette (⌘K)

Was konkret neu ist — die wichtigsten Features

Echtzeit-Kollaboration im Block-Editor (Phase 3)

Das Headline-Feature von WordPress 7.0 verändert die Grundannahme der Plattform: Mehrere Personen können gleichzeitig am selben Beitrag oder an derselben Seite arbeiten. Sie sehen die Cursor Ihrer Kolleginnen live, erkennen an einer kurzen Highlight-Animation, welcher Block gerade verändert wurde, und können über Notes — die bereits mit WordPress 6.9 eingeführte Kommentarfunktion — jetzt auch in Echtzeit Rückmeldung geben.

Technisch setzt WordPress standardmässig auf HTTP-Polling als Sync-Mechanismus, was auf praktisch jedem Schweizer Shared-Hosting funktioniert; für schnellere Updates können Hoster optional WebSocket-basierte Provider anbinden. Wichtig für die Praxis: In der Basis-Implementation ist die gleichzeitige Bearbeitung auf zwei Nutzer limitiert. Dieser Wert lässt sich über entsprechend konfigurierte Hosting-Umgebungen erweitern, aber für die meisten KMU-Szenarien (zwei Redakteure, Redakteurin und Agentur) passt das Standardsetup. Ein weiteres Detail: Die Kollaboration wird automatisch deaktiviert, sobald klassische Meta Boxes im Editor aktiv sind — viele ältere Plugins fallen damit aus der neuen Funktion heraus.

Native KI-Integration: AI Client, Abilities API und Connectors

Bislang war KI in WordPress eine Plugin-Baustelle: Jedes Tool brachte seine eigene API, seine eigene Konfiguration, seine eigene Sicherheits-Logik. WordPress 7.0 ändert das grundlegend mit drei zusammenspielenden Komponenten:

  • AI Client: Eine einheitliche Core-Schnittstelle, über die Plugins und Themes generative KI-Modelle von OpenAI, Anthropic, Google und weiteren Anbietern ansprechen können — ohne eigene Integrationsarbeit.
  • Abilities API (technisch bereits in 6.9 eingeführt, in 7.0 stabilisiert): Plugins registrieren «Fähigkeiten» wie «Beitrag erstellen», «Bestellung aktualisieren» oder «Medien hochladen». KI-Agenten können diese Fähigkeiten dann standardisiert entdecken und nutzen.
  • Connectors: Eine neue Verwaltungsseite unter Einstellungen → Connectors, auf der Site-Betreiber ihre externen KI-Zugänge zentral einrichten. Einmal konfiguriert, stehen die Verbindungen allen Plugins zur Verfügung.

Ergänzend gibt es eine neue Seite Einstellungen → AI Experiments, auf der einzelne KI-Funktionen explizit aktiviert werden müssen — etwa die automatische Erstellung von Textauszügen, Alt-Texten für Bilder oder Inhaltszusammenfassungen. Der Opt-in-Ansatz ist bewusst gewählt: Kein Site-Betreiber bekommt KI-Funktionen aufgezwungen.

Visual Revisions — visueller Versionsvergleich

Die bisherige Revisionsansicht zeigte Textdiffs, was bei komplexen Block-Layouts wenig hilfreich war. WordPress 7.0 ergänzt eine visuelle Vergleichsansicht: Sie sehen zwei Versionen einer Seite nebeneinander und können Layout-Änderungen auf einen Blick erkennen. Gerade im Zusammenspiel mit der Echtzeit-Kollaboration wird Versionierung damit erstmals wirklich alltagstauglich.

Responsive Editing und Block-Sichtbarkeit

Ein lang gewünschtes Feature: Blöcke lassen sich jetzt gezielt für bestimmte Bildschirmgrössen ein- oder ausblenden — ohne Custom-CSS oder Page-Builder-Add-ons. Im Responsive Editing Mode können Sie Layouts für Desktop, Tablet und Smartphone separat gestalten. Für alle, die bisher mit Elementor-Plugins oder Custom-Klassen gekämpft haben, ist das eine spürbare Arbeitserleichterung.

Command Palette (⌘K / Strg+K)

Wer Tools wie Notion, Linear oder VS Code nutzt, kennt das Prinzip: Ein Tastenkürzel öffnet ein Suchfeld, über das sich nahezu jede Aktion im System direkt aufrufen lässt. In WordPress 7.0 ist diese Command Palette in der oberen Admin-Leiste verfügbar und erlaubt schnelle Navigation zwischen Seiten, Beiträgen, Einstellungen und Plugin-Funktionen — ohne sich durch verschachtelte Menüs klicken zu müssen.

DataViews: Das neue Admin-Interface

Das vielleicht sichtbarste Change im Alltag: DataViews ersetzt die klassischen WordPress-Listenansichten für Beiträge, Seiten, Medien und andere Inhaltstypen durch ein modernes, app-artiges Interface. Filtern, Sortieren, Gruppieren und Massenaktionen funktionieren dort so flüssig wie in modernen SaaS-Tools — ohne Seitenreload. Das Dashboard erhält zusätzlich einen behutsamen visuellen Refresh mit neuen Standard-Styles und einer aufgeräumteren Typografie. Erfahrene Benutzer finden sich trotzdem sofort zurecht; die grundlegende Bedienlogik bleibt erhalten.

Client-Side Media Processing

Bildgrössenanpassung und Komprimierung laufen in 7.0 direkt im Browser, bevor die Datei überhaupt auf den Server gelangt. Das reduziert Serverlast, beschleunigt Uploads spürbar und entlastet gerade kleinere Hosting-Pakete, die bei grossen Mediatheken regelmässig an ihre Grenzen stossen.

Für Webseitenbetreiber: Was bedeutet das für Ihre Website?

Wenn Sie WordPress nutzen, ohne selbst zu entwickeln, sind die folgenden Punkte für Sie relevant. Kurz vorweg: Sie müssen nicht sofort auf 7.0 aktualisieren. Warten Sie nach dem Release die ersten Sicherheits- und Stabilitäts-Patches ab — in der Regel erscheint innerhalb weniger Wochen eine 7.0.1 oder 7.0.2, mit der kinderkrankheitenbedingte Probleme abgeräumt sind.

PHP-Version prüfen — PHP 7.2 und 7.3 werden nicht mehr unterstützt

Das ist die wichtigste praktische Information für viele Schweizer KMU: WordPress 7.0 hebt die Mindestanforderung auf PHP 7.4 an und streicht damit den Support für PHP 7.2 und 7.3. Konkret heisst das: Sites, die noch auf PHP 7.2 oder 7.3 laufen, erhalten kein automatisches Update auf WordPress 7.0 und verbleiben auf dem 6.9-Branch. Der bekommt zwar weiterhin Security-Backports, ist aber nicht mehr die aktiv gepflegte Release-Linie.

Empfohlen wird ausdrücklich PHP 8.3 oder neuer — die neuen Funktionen, insbesondere Echtzeit-Kollaboration und KI-Datenströme, profitieren deutlich von moderner Speicherverwaltung und verbesserten Typsystemen. Prüfen Sie Ihre aktuelle PHP-Version unter Werkzeuge → Website-Zustand. Bei den meisten Schweizer Hostern lässt sich die Version im Kontrollpanel mit wenigen Klicks wechseln — allerdings nur, wenn Ihre Plugins und Themes mit dem Upgrade umgehen können. Ein Test in der Staging-Umgebung vor der Umstellung ist Pflicht.

Plugin-Kompatibilität und Staging vor dem Update

Gerade ältere Plugins, die stark auf klassische Meta Boxes oder Custom-Blocks ohne Block API Version 3 setzen, können in WordPress 7.0 Probleme bereiten. Unser dringender Rat: Führen Sie das Update nie direkt auf der Live-Website durch. Richten Sie eine Staging-Umgebung ein (bei guten Hostern mit einem Klick verfügbar), spielen Sie dort 7.0 ein und testen Sie alle kritischen Funktionen — Kontaktformulare, Shop-Checkout, Buchungssysteme, individuelle Block-Templates, Filterungen in Listenansichten (wegen DataViews). Erst wenn dort alles läuft, wird das Update auf die Produktivumgebung übertragen. Wer diese Tests nicht selbst machen möchte, ist mit einer laufenden professionellen WordPress-Wartung gut beraten.

Sollten Sie KI-Funktionen aktivieren? DSGVO und nDSG mitdenken

Die native KI-Integration ist praktisch — sie bringt aber datenschutzrechtliche Fragen mit. Sobald Sie den AI Client mit OpenAI, Anthropic oder Google verbinden, werden Inhalte Ihrer Website an den jeweiligen Anbieter übermittelt. Das berührt sowohl die DSGVO als auch das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (nDSG). Konkret bedeutet das: Wenn Sie KI-Funktionen wie automatische Textauszüge oder Alt-Text-Generierung einsetzen, sollten Ihre Datenschutzerklärung und gegebenenfalls Auftragsverarbeitungsverträge angepasst werden.

Ein zusätzlicher Sicherheitshinweis: API-Keys, die über die Connectors-UI gespeichert werden, sind in der Oberfläche maskiert, aber in der Datenbank nicht verschlüsselt abgelegt. Für produktive Umgebungen empfehlen wir, Credentials über Umgebungsvariablen oder PHP-Konstanten zu laden statt über die UI. Für viele KMU ist die pragmatische Antwort ohnehin: KI-Funktionen vorerst aus lassen und gezielt einsetzen, wenn der rechtliche Rahmen und die Datenflüsse geklärt sind.

Echtzeit-Kollaboration — wann lohnt sich das für kleine Teams?

Wenn Ihre Website hauptsächlich von einer Person gepflegt wird, werden Sie die Kollaborationsfunktionen selten brauchen. Sobald Sie aber zu zweit oder mit einer Marketingagentur gemeinsam Seiten erstellen, spart die neue Funktion real Zeit: Kein «Ich mache das eben fertig, dann bist du dran» mehr, keine parallel erstellten Textversionen, die nachher mühsam zusammengeführt werden müssen. Das Basislimit von zwei gleichzeitigen Nutzern deckt genau dieses Szenario ab. Die Funktion ist standardmässig deaktiviert; aktivieren lässt sie sich risikolos unter Einstellungen → Schreiben und jederzeit wieder abschalten.

Für Agenturen und Entwickler: Die wichtigsten Architektur-Änderungen

WordPress 7.0 ist für Entwicklerinnen und Entwickler die tiefgreifendste Plattform-Veränderung seit der Einführung von Custom Post Types. Vier Punkte sollten Sie besonders auf dem Schirm haben.

Abilities API und MCP Adapter — ein neues Permission-Modell

Die Abilities API verlagert Berechtigungslogik von dezentralen current_user_can()-Prüfungen in eine zentrale Registry. Plugins registrieren ihre Fähigkeiten deklarativ, inklusive Capability-Anforderung, Callback und Beschreibung. Der MCP Adapter (Model Context Protocol) stellt diese Fähigkeiten standardisiert gegenüber externen KI-Assistenten wie Claude Code, Cursor oder VS Code bereit. Für Agenturen heisst das: Wer heute eigene Plugins pflegt, sollte mittelfristig auf dieses Modell migrieren — nicht nur wegen der KI-Integration, sondern auch wegen der verbesserten Audit-Fähigkeit und des saubereren Security-Modells.

PHP-only Block Registration — Blöcke ohne JavaScript-Build

Eine der praktischsten Neuerungen für den Agentur-Alltag: Einfache dynamische Blöcke lassen sich nun komplett in PHP registrieren. Kein Node, kein Webpack, keine block.json, kein build/-Verzeichnis. Inspector-Controls werden aus den registrierten Attributen automatisch generiert. Für die typischen Kunden-Blöcke — Öffnungszeiten, Standort-Karten, Team-Karten, individuelle CTA-Elemente — war der Gutenberg-Scaffolding-Overhead bisher oft zu hoch, sodass man auf Shortcodes auswich. Mit 7.0 ist der Weg vom Kundenwunsch zum fertigen Block deutlich kürzer. Für PHP-lastige Teams, in denen JavaScript-Build-Tools nie wirklich angekommen sind, ist das eine echte Befreiung.

Iframed Editor und Block API Version 3 — Breaking Changes

Der Block-Editor läuft in WordPress 7.0 durchgehend in einem iframe. Das ist technisch sauberer, bricht aber jedes Plugin, das mit Custom-Admin-CSS oder DOM-Manipulationen ausserhalb des iframe-Kontexts gearbeitet hat. Custom-Blöcke, die noch auf Block API Version 2 basieren, funktionieren zwar meist weiter, sollten aber proaktiv auf Version 3 migriert werden. Eine Staging-Prüfung vor dem Produktiv-Rollout ist für Agenturen mit Custom-Block-Portfolio Pflicht — siehe auch unseren Leitfaden zum WordPress-Relaunch für strukturierte Test-Prozesse.

Connectors API für Drittanbieter-Integrationen

Die Connectors API wird von der Community bereits über KI-Provider hinaus gedacht: Künftige Releases sollen zusätzliche Authentifizierungsmethoden und ein JavaScript-Registration-API für Custom-Connector-UIs bringen. Wer als Entwicklungspartner Integrationen zu externen Systemen baut — CRMs, ERP, Newsletter-Dienste — bekommt mit 7.0 eine standardisierte Schicht, auf der sich sauberer arbeiten lässt als mit Ad-hoc-Options-Pages. Parallel dazu ersetzt das neue Build-Tool @wordpress/build (esbuild-basiert) schrittweise die webpack-/Babel-Pipeline von @wordpress/scripts und generiert PHP-Registrierungsdateien automatisch aus der package.json.

Ausblick: WordPress 7.1, 7.2 und der Weg in die KI-Ära

WordPress kehrt 2026 zu einem Drei-Release-Zyklus zurück: Nach 7.0 sind 7.1 für August 2026 (abgestimmt mit dem WordCamp US) und 7.2 für Dezember 2026 eingeplant. Einige Funktionen wurden bewusst auf 7.1 verschoben — darunter die immer-iframed Editor-Erzwingung, weitere Core Abilities für Post-Management und erweiterte DataViews-Funktionen. Die Richtung ist klar: WordPress entwickelt sich von einer Publishing-Plattform zu einer kollaborativen, KI-nativen Anwendungsbasis. Für Site-Betreiber heisst das vor allem, dass Updates in den kommenden zwölf Monaten häufiger und substantieller werden — laufende Wartung und Monitoring gewinnen an Bedeutung.

Praktische Checkliste: So bereiten Sie Ihre Website vor

Unabhängig davon, ob Sie Ihre WordPress-Website selbst betreuen oder betreuen lassen — die folgenden Schritte sind vor jedem Major Release sinnvoll und sollten idealerweise vor dem produktiven Umstieg auf 7.0 erledigt sein:

  1. Vollständiges Backup erstellen — Datenbank und Dateisystem, lokal oder auf einem externen Speicher, nicht nur beim Hoster.
  2. PHP-Version prüfen — jede Site auf PHP 7.2 oder 7.3 muss jetzt upgraden, sonst bleibt sie auf WordPress 6.9 hängen. Empfehlung: PHP 8.3 oder neuer. Zu prüfen unter Werkzeuge → Website-Zustand.
  3. Plugin- und Theme-Audit durchführen — veraltete oder nicht mehr gewartete Komponenten entfernen oder ersetzen. Besonderes Augenmerk auf Plugins, die Listenansichten im Admin erweitern (DataViews-Kompatibilität).
  4. Staging-Umgebung einrichten — eine identische Testkopie Ihrer Live-Website, idealerweise mit einem performance-orientierten Hosting vergleichbar zu einer unserer Performance-Hosting-Umsetzungen.
  5. Custom-Blöcke auf Block API Version 3 prüfen — insbesondere, wenn Sie eigene Blöcke für Ihre Kunden entwickelt haben.
  6. Entscheidung zur KI-Aktivierung treffen — inklusive Anpassung der Datenschutzerklärung, wenn Sie KI-Funktionen einsetzen wollen.
  7. Hosting-Kapazität klären — Echtzeit-Kollaboration erhöht bei aktiven Redaktions-Szenarien die Datenbank-Last spürbar.
  8. Update-Zeitpunkt wählen — nicht in Ihrer Hochsaison, idealerweise nach Erscheinen der ersten Patch-Version (7.0.1 oder 7.0.2).

Fazit

WordPress 7.0 ist weniger ein Feature-Release als ein struktureller Wendepunkt. Echtzeit-Kollaboration macht die Plattform endlich teamfähig, die KI-Integration gibt dem Ökosystem eine saubere gemeinsame Grundlage, und DataViews plus Abilities API stellen die Entwickler-Werkzeuge auf ein modernes Fundament. Gleichzeitig zeigt die Verschiebung im April: Das Core-Team stellt Stabilität über Geschwindigkeit — ein Signal, das für die Verlässlichkeit der Plattform langfristig gesund ist.

Für Webseitenbetreiber bedeutet 7.0 vor allem: Vorbereitung lohnt sich. Wer jetzt seine PHP-Version aktualisiert, sein Plugin-Portfolio entschlackt und eine saubere Staging-Umgebung hat, kann den Sprung auf 7.0 zum Nicht-Ereignis machen. Wer hingegen auf einem jahrelang nicht gepflegten Setup sitzt, sollte den Release als Anlass nehmen, technische Schulden abzubauen. Manchmal ist ein strukturierter Relaunch der bessere Weg als ein riskantes Update auf einer überladenen Altlast — falls Sie bei Ihrer Site unsicher sind, prüfen wir das gerne mit Ihnen.

Häufig gestellte Fragen zu WordPress 7.0

Wann erscheint WordPress 7.0?

Der ursprüngliche Release-Termin war der 9. April 2026 während WordCamp Asia in Mumbai. Wegen architektonischer Probleme bei der neuen Echtzeit-Kollaboration — insbesondere beim Datenbank-Layer — hat das Core-Team den Release Ende März um mehrere Wochen verschoben und ist zurück in eine erweiterte Release-Candidate-Phase gegangen. Ein finaler Termin ist zum Zeitpunkt dieses Artikels (Stand April 2026) noch nicht öffentlich bestätigt; die Community rechnet mit einem Release im Mai oder Juni 2026. Die Feature-Entwicklung selbst ist abgeschlossen.

Muss ich sofort auf WordPress 7.0 aktualisieren?

Nein. WordPress 6.9.x bleibt nach dem 7.0-Release zunächst weiterhin die empfohlene Produktivversion, bis Sie selbst getestet haben. Unsere Empfehlung: Warten Sie die ersten Wochen nach dem Release ab, bis eine 7.0.1 oder 7.0.2 mit den typischen Kinderkrankheiten-Fixes erscheint. Führen Sie das Update dann zunächst in einer Staging-Umgebung durch und rollen Sie es erst nach erfolgreichem Test produktiv aus. Für geschäftskritische Websites ist dieser Prozess essenziell.

Welche PHP-Version brauche ich für WordPress 7.0?

Die Mindestanforderung liegt bei PHP 7.4. Support für PHP 7.2 und 7.3 wurde gestrichen — Sites auf diesen Versionen erhalten kein automatisches Update auf 7.0 und verbleiben auf dem 6.9-Branch. Ausdrücklich empfohlen ist PHP 8.3 oder neuer, da die neuen Funktionen von verbesserter Speicherverwaltung und modernen Typsystemen profitieren. Prüfen Sie Ihre aktuelle PHP-Version unter Werkzeuge → Website-Zustand oder fragen Sie bei Ihrem Hosting-Anbieter nach.

Was ist die Abilities API?

Die Abilities API ist eine zentrale Registry, in der WordPress, Plugins und Themes ihre Fähigkeiten — etwa «Beitrag erstellen», «Bestellung aktualisieren», «Medien hochladen» — deklarativ registrieren. Diese Fähigkeiten sind dann sowohl für andere Plugins als auch für externe KI-Assistenten standardisiert nutzbar. Technisch wurde sie in WordPress 6.9 eingeführt und erreicht mit 7.0 einen stabilen, produktiven Zustand. Für Entwickler ist das die grundlegendste Architektur-Änderung seit der Einführung von Custom Post Types.

Was ist DataViews?

DataViews ist das neue Admin-Interface für Listenansichten in WordPress 7.0. Es ersetzt die klassischen WP List Tables — also die Übersichten für Beiträge, Seiten, Medien, Kommentare und Benutzer — durch ein modernes, app-artiges Interface mit schnellem Filtern, Sortieren, Gruppieren und Massenaktionen ohne Seitenreload. Plugins, die diese Listenansichten erweitern oder eigene Spalten einfügen, müssen gegebenenfalls angepasst werden — das ist einer der kompatibilitätsrelevantesten Änderungsbereiche in 7.0.

Funktionieren meine bestehenden Plugins mit WordPress 7.0?

Die meisten gut gepflegten Plugins funktionieren weiter. Problematisch sind vier Kategorien: erstens Plugins mit klassischen Meta Boxes (die deaktivieren die Echtzeit-Kollaboration automatisch), zweitens Plugins mit Custom-Admin-CSS, die nicht für den iframe-Editor ausgelegt sind, drittens Custom-Blöcke auf älteren Block-API-Versionen und viertens Plugins, die die Admin-Listenansichten anpassen (DataViews-Umstellung). Ein Staging-Test mit Ihrer konkreten Plugin-Kombination ist der einzige verlässliche Weg, die Kompatibilität festzustellen.

Lohnt sich Echtzeit-Kollaboration für kleine Unternehmen?

Das hängt von Ihrer Arbeitsweise ab. Wenn Ihre Website von einer einzelnen Person gepflegt wird, werden Sie die Funktion selten brauchen. Sobald Sie aber zu zweit am Content arbeiten oder regelmässig mit einer externen Marketingagentur Inhalte erstellen, spart die Funktion tatsächlich Zeit — vor allem durch den Wegfall von Abstimmungs-Mails und parallel bearbeiteten Entwürfen. Das Basislimit von zwei gleichzeitigen Nutzern deckt genau dieses Szenario ab; die Funktion lässt sich unter Einstellungen → Schreiben risikolos aktivieren und wieder ausschalten.

Bereit für WordPress 7.0?

Unsere Schweizer Agentur hat umfassende Erfahrung mit der Migration von WordPress-Projekten. Wir unterstützen Sie dabei, die passende Lösung für Ihre Anforderungen zu finden und erfolgreich umzusetzen. Kontaktieren Sie uns, um mehr über die Möglichkeiten von WordPress 7.0 zu erfahren!

Kontaktieren Sie uns jetzt für eine kostenlose Erstberatung – gemeinsam bringen wir Ihre Website auf Erfolgskurs!

    Chat starten