Das Jahr 2025 brachte WordPress-Nutzern zwei bedeutende Updates: WordPress 6.8 «Cecil» im April und WordPress 6.9 «Gene» im Dezember. Beide Releases markieren den Übergang von Phase 2 (Full Site Editing) zu Phase 3 der WordPress-Roadmap – mit klarem Fokus auf Teamarbeit, Performance und Zukunftstechnologien wie KI.
In diesem Jahresrückblick zeigen wir Ihnen, was sich 2025 bei WordPress verändert hat und welche Neuerungen für Ihre Website wirklich relevant sind.
Das Wichtigste in Kürze
- 2025 erschienen mit WordPress 6.8 «Cecil» (April) und 6.9 «Gene» (Dezember) zwei Releases, die den Übergang von Phase 2 zu Phase 3 der Roadmap markieren.
- Block-Kommentare, der Content-Only-Modus und neue native Blöcke (Accordion, Math, Time-to-Read) vereinfachen die Teamarbeit und reduzieren Plugin-Abhängigkeiten.
- Die Abilities API legte 2025 das Fundament für KI-Integration – mit WordPress 7.0 (seit 20. Mai 2026 verfügbar) ist daraus eine native KI-Schnittstelle im Core geworden.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Release | Veröffentlichung | Hauptfokus |
|---|---|---|
| WordPress 6.8 «Cecil» | 15. April 2025 | Sicherheit, Performance, Barrierefreiheit |
| WordPress 6.9 «Gene» | 2. Dezember 2025 | Kollaboration, KI-Grundlagen, neue Blöcke |
Die Top 5 Neuerungen 2025:
- Block-Kommentare für effiziente Teamarbeit
- Abilities API als Fundament für KI-Integration
- Deutliche Performance-Verbesserungen (Core Web Vitals)
- Neue native Blöcke (Accordion, Math, Time-to-Read)
- Vereinfachter Site Editor mit Content-Only Modus
WordPress 6.8 «Cecil»: Das Fundament (April 2025)
Das Frühjahrs-Update legte wichtige Grundlagen für die späteren Innovationen.
Sicherheit: bcrypt-Passwort-Hashing
WordPress wechselte vom veralteten MD5 zum modernen bcrypt-Algorithmus. Ihre Nutzer-Passwörter sind damit deutlich besser geschützt – selbst bei einem Datenbankzugriff durch Angreifer bleiben die Passwörter sicher verschlüsselt.
Für Sie bedeutet das: Automatischer Sicherheitsgewinn ohne manuelle Anpassungen. Besonders relevant für Websites mit Benutzerregistrierung oder WooCommerce-Shops.
Performance: Speculative Loading
Seit WordPress 6.8 lädt der Browser die Zielseite eines Links konservativ vor — ausgelöst beim Beginn des Klicks, nicht schon beim Überfahren mit der Maus. Das Resultat: Nahezu sofortige Seitenwechsel und ein spürbar flüssigeres Nutzererlebnis.
Diese Technik nutzt moderne Browser-APIs und funktioniert automatisch – ohne zusätzliche Plugins oder Konfiguration.
Barrierefreiheit: Über 100 Verbesserungen
Das WordPress-Team arbeitete intensiv an der Accessibility. Screenreader-Nutzer, Menschen mit Sehbehinderungen und alle, die auf Tastaturnavigation angewiesen sind, profitieren von einer deutlich verbesserten Bedienbarkeit im gesamten Backend.
Schweizer Kontext: Mit dem revidierten Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) werden Barrierefreiheits-Standards zunehmend wichtiger – diese Updates helfen Ihnen, compliant zu bleiben.
WordPress 6.9 «Gene»: Die Collaboration-Revolution (Dezember 2025)
Am 2. Dezember 2025 erschien das umfassendste WordPress-Update des Jahres. Der Fokus: Teamarbeit vereinfachen und neue Technologien integrieren.
Block-Kommentare: Schluss mit E-Mail-Chaos
Die wohl sichtbarste Neuerung sind Block-Kommentare (intern «Notes» genannt). Sie ermöglichen direktes Feedback im Editor – genau dort, wo es hingehört.
So funktioniert’s:
- Klicken Sie auf einen Block, zu dem Sie Feedback geben möchten
- Wählen Sie «Anmerkung hinzufügen»
- Schreiben Sie Ihre Anmerkung
- Teammitglieder sehen die Kommentare direkt beim Bearbeiten
- Nach Umsetzung: Kommentar als «geklärt» markieren

Praxisbeispiel aus einem Unternehmen: Eine Unternehmerin möchte Änderungen an einem Blogbeitrag? Statt E-Mails mit Beschreibungen wie «im dritten Absatz, wo es um die Dienstleistungen geht» kann sie den Block direkt markieren und ihren Wunsch dort hinterlassen. Ihr Team sieht sofort, was gemeint ist und kann bei Bedarf gezielt Rückfragen stellen oder das Anliegen direkt umsetzen – keine Missverständnisse mehr.
Für Redaktionsteams: Die Chefredakteurin prüft die Beiträge und hinterlässt ihr Feedback direkt am jeweiligen Absatz. Alle Autoren arbeiten die Kommentare ab. Der gesamte Freigabeprozess findet an einem Ort statt, ohne dass Tools wie Trello oder Asana oder endlose E-Mail-Ketten benötigt werden.
Der neue Site Editor: Sicherer arbeiten
WordPress 6.9 führt den Content-Only Editing-Modus ein – eine Funktion, die vielen Website-Betreibern schlaflose Nächte erspart.
Das Problem: Content-Editoren können versehentlich Layouts zerstören: Ein Block gelöscht, Spalten aufgelöst, Abstände verändert. Das sorgfältig gestaltete Design ist plötzlich kaputt.
Die Lösung: Im Content-Only Modus sehen Editoren nur Texte, Bilder und Medien. Die Layoutstruktur ist ausgegraut und kann nicht verändert werden. Content-Pflege ohne Risiko.
Weitere Editor-Verbesserungen:
- Universelle Befehlspalette (Strg/Cmd+K): Schneller Zugriff auf alle Funktionen im gesamten Dashboard
- Block-Sichtbarkeit: Blöcke ausblenden statt löschen – ideal für A/B-Tests oder saisonale Inhalte
- Verbessertes Vorlagen-Management: Entwürfe speichern, Vorlagen aktivieren/deaktivieren, Erhalt bei Theme-Wechsel
Neue Standard-Blöcke: Weniger Plugins nötig
WordPress 6.9 integriert mehrere häufig benötigte Funktionen direkt in den Core – Sie sparen Plugins und verbessern die Performance.
Accordion Block: Klappbare Inhalte
Erstellen Sie FAQ-Bereiche, Produktbeschreibungen oder umfangreiche Texte mit klappbaren Abschnitten – ohne zusätzliches Plugin.
Features:
- Beliebig viele Panels verwenden
- Individuelle Icons einsetzen
- Animierte Übergänge darstellen
- Vollständig barrierefrei arbeiten
Einsatzbereiche:
- FAQ-Seiten für Dienstleister und Online-Shops
- Produktspezifikationen
- Umfangreiche Dokumentationen
- Preistabellen mit Details
Math Block: Formeln korrekt darstellen
Für Bildungseinrichtungen, wissenschaftliche Publikationen und technische Dokumentationen bietet der Math Block native Unterstützung für LaTeX und MathML.
Beispiel: Die Formel a² + b² = c² wird automatisch als korrekt formatierte mathematische Gleichung dargestellt – barrierefrei und ohne externe Rendering-Services:
Time-to-Read Block: Lesezeit anzeigen
Der Block berechnet automatisch die geschätzte Lesezeit Ihrer Beiträge – ein bewährtes Element zur Verbesserung der Nutzererfahrung.
Konfigurierbar:
- Exakte Minutenangabe oder Bereich («3-5 Minuten»)
- Anpassbare Lesegeschwindigkeit
- Optionale Wortanzahl-Anzeige
Content-Strategie: Redakteure sehen sofort, ob ein Artikel zu lang oder zu kurz für das Ziel ist.
Terms Query Block: Taxonomien dynamisch anzeigen
Zeigen Sie Kategorien, Schlagwörter oder benutzerdefinierte Taxonomien automatisch an – mit Filterung, Sortierung und flexiblen Layouts.
Anwendungen:
- Content-Hubs mit automatisierten Kategorieübersichten
- E-Commerce: Produktkategorien mit Vorschaubildern
- Verzeichnisse mit selbstaktualisierenden Listen
Abilities API: WordPress bereitet sich auf KI vor
Die Abilities API ist weniger ein fertiges Feature als vielmehr eine Infrastruktur für die Zukunft. Sie definiert, wie KI-Funktionen in WordPress integriert werden können – ohne Abhängigkeit von einem bestimmten Anbieter.
Warum dieser Ansatz?
WordPress bleibt neutral und gibt Ihnen die Kontrolle:
- Volle Kontrolle über Datenflüsse
- Keine Vendor-Lock-ins
- Möglichkeit für selbst gehostete KI-Modelle
Was bedeutet das praktisch?
Heute noch nicht viel für den Durchschnittsnutzer – aber Plugin-Entwickler und Agenturen können bereits KI-gestützte Workflows implementieren:
- Automatische Meta-Beschreibungen
- Alt-Texte für Bilder generieren
- Content-Analyse und SEO-Optimierung
- Intelligente Kategorisierung
Unsere Einschätzung: Dieses Feature hat grosses Potential. Durch die standardmässigen Schnittstellen können mächtige Funktionen und automatisierte Prozesse entwickelt werden. Unternehmen und Webseitenbetreiber können davon massiv profitieren. Wie weit dieses Potenzial reicht, zeigt inzwischen WordPress 7.0, das die Abilities API stabilisiert und um eine native KI-Schnittstelle (AI Client) im Core ergänzt hat.
Performance-Boost: Schneller ist besser
Beide Updates 2025 brachten spürbare Performance-Verbesserungen – mit direktem Einfluss auf Ihre Google-Rankings und Conversion-Raten.
Moderne Bildformate: WebP und AVIF
Seit WordPress 6.5 lassen sich AVIF- und WebP-Dateien wie JPEG hochladen und einbinden. Die automatische Umwandlung beim Upload übernimmt der Kern allerdings nicht — dafür braucht es das offizielle Feature-Plugin «Modern Image Formats».
Die Zahlen:
- WebP: Bis zu 30% kleinere Dateigrösse als JPEG
- AVIF: Bis zu 50% kleinere Dateigrösse als JPEG
Resultat: Schnellere Ladezeiten ohne Qualitätsverlust – und ohne zusätzliche Plugins.
Intelligentes Lazy Loading
Bereits seit WordPress 6.3 markiert der Kern das mutmassliche LCP-Bild automatisch mit fetchpriority="high" und lädt es dadurch bevorzugt. Alle anderen Bilder werden erst geladen, wenn Besucher zu ihnen scrollen.
Core Web Vitals: Diese Optimierung verbessert direkt Ihren LCP-Wert (Largest Contentful Paint) – einen der drei Ranking-Faktoren, die Google berücksichtigt.
On-Demand Block Styles
Block-Styles werden nur noch geladen, wenn der entsprechende Block tatsächlich auf der Seite verwendet wird. Für Websites mit vielen registrierten Blöcken bedeutet das deutlich kleinere CSS-Dateien.
Messbare Verbesserungen
Nach den Updates zeigen sich typischerweise:
- LCP: 15-30% schneller
- CLS: Deutlich weniger Layout-Verschiebungen
- INP: 10-20% bessere Reaktionszeit
Unsere Perspektive: Bei mobilen Verbindungen in abgelegenen Regionen oder ländlichen Gebieten machen diese Optimierungen einen spürbaren Unterschied. Auch für Suchmaschinen hat es einen positiven Einfluss.
Headless WordPress: Der Trend setzt sich fort
2025 etablierte sich Headless WordPress weiter als bevorzugte Architektur für anspruchsvolle Projekte.
Das Konzept kurz erklärt
Bei Headless WordPress ist die Content-Verwaltung (Backend) vom Frontend getrennt:
- Backend: WordPress verwaltet Inhalte wie gewohnt
- API: REST oder GraphQL stellt Daten bereit
- Frontend: Next.js, Gatsby oder Nuxt.js präsentiert die Inhalte
Die konkreten Vorteile
Performance: Statische Seiten laden in Millisekunden und werden bei Bedarf über CDNs weltweit ausgeliefert.
Skalierbarkeit: Bei Lastspitzen lässt sich das Frontend unabhängig skalieren. Das WordPress-Backend bleibt stabil.
Sicherheit: Das Backend ist nicht öffentlich erreichbar – die Angriffsfläche sinkt drastisch.
Developer Experience: Frontend-Entwickler arbeiten mit modernen Tools (TypeScript, React, Vue) statt PHP-Templates.
Für wen eignet sich Headless?
Headless ist ideal für:
- Enterprise-Websites mit hohem Traffic
- Multi-Channel-Publishing (Web, App, weitere Kanäle)
- Teams mit Frontend-Entwicklern
- Internationale Projekte mit komplexen Anforderungen
Nicht geeignet für:
- Kleinere Websites ohne Entwicklerteam
- Klassische Blogs
- Projekte mit begrenztem Budget
Schweizer Hosting: Mehrere Schweizer Anbieter bieten mittlerweile spezialisierte Headless-WordPress-Pakete mit Hosting in Schweizer Rechenzentren – wichtig für Datenschutz und DSGVO-Compliance.
Mehr dazu hier: Headless WordPress: Flexibilität und Leistung verständlich erklärt
Entwickler-APIs: Neue Möglichkeiten
Neben der Abilities API erweiterte WordPress 6.9 weitere Schnittstellen für Entwickler.
Block Bindings API
Bindet Block-Attribute an externe Datenquellen. Beispiel: Ein Preis-Block zeigt automatisch aktuelle Preise aus WooCommerce oder einem ERP-System.
Interactivity API
Ermöglicht interaktive Komponenten ohne tiefgreifende JavaScript-Kenntnisse:
- State Management
- Reaktion auf Nutzerinteraktionen
- Clientseitige Navigation
HTML API
Bietet sichere, serverseitige HTML-Verarbeitung – besonders relevant für Plugins mit User-Generated Content.
Nachhaltigkeit: Grünere Websites
Performance-Optimierungen sind nicht nur gut für Rankings und Conversions – sie sparen auch Energie:
- Kleinere Bildformate = weniger Datenübertragung
- On-Demand-Loading = geringere Serverlast
- Optimierte Abfragen = effizienter Ressourcenverbrauch
Schweizer Perspektive: Viele Schweizer Hosting-Anbieter setzen auf klimaneutrale Rechenzentren mit erneuerbaren Energien. Die Performance-Optimierungen in WordPress 6.8 und 6.9 unterstützen diese Nachhaltigkeitsziele.
Checkliste: Was Sie jetzt tun sollten
Für alle Website-Betreiber
- Update planen: Testen Sie WordPress 6.9 zunächst in einer Staging-Umgebung
- Backup erstellen: Vollständiges Backup vor dem Update durchführen
- Kompatibilität prüfen: Themes und Plugins auf Kompatibilität mit 6.9 testen
- Performance messen: Core Web Vitals vor und nach dem Update vergleichen (Google PageSpeed Insights)
- Team schulen: Block-Kommentare einführen und erklären
Für fortgeschrittene Nutzer
- Plugins reduzieren: Prüfen, ob native Blöcke (Accordion, Time-to-Read) bisherige Plugins ersetzen können
- Bildformate optimieren: WebP/AVIF-Unterstützung nutzen – evtl. bestehende Bilder konvertieren
- Content-Only Modus aktivieren: Für Redakteure mit eingeschränkten Rechten
Für Entwickler
- APIs erkunden: Abilities API, Block Bindings API, Interactivity API studieren
- Headless evaluieren: Für neue Enterprise-Projekte Headless-Architektur prüfen
- WPGraphQL testen: Sofern Headless relevant ist
Fazit: WordPress wird erwachsener
Das Jahr 2025 markiert einen wichtigen Entwicklungsschritt für WordPress. Mit dem Abschluss von Phase 2 (Full Site Editing) und dem Einstieg in Phase 3 (Collaborative Workflows) wird WordPress professioneller, sicherer und leistungsfähiger.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Block-Kommentare revolutionieren die Teamarbeit und eliminieren ineffiziente Abstimmungsprozesse über externe Tools.
- Performance-Optimierungen verbessern Rankings, Conversions und Nachhaltigkeit gleichermassen.
- Die Abilities API legt den Grundstein für KI-Integration – ohne Vendor-Lock-ins und mit voller Datenkontrolle.
- Neue native Blöcke reduzieren Plugin-Abhängigkeiten und verbessern die Website-Stabilität.
Für Unternehmen, Agenturen und Website-Betreiber bedeuten diese Neuerungen: WordPress bleibt auch 2026 die erste Wahl für professionelle Web-Projekte – mit einem klaren Fokus auf Effizienz, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.
Wie konsequent WordPress diesen Weg weitergeht, zeigt der Nachfolger: WordPress 7.0 ist am 20. Mai 2026 erschienen und hat mit asynchroner Zusammenarbeit (Notes, Vorschlagsmodus, @Erwähnungen) und einer nativen KI-Schnittstelle im Core genau die Grundlagen ausgebaut, die 2025 mit den Block-Kommentaren und der Abilities API gelegt wurden.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten WordPress Neuerungen 2025?
Die wichtigsten WordPress Neuerungen 2025 sind Block-Kommentare für Teamarbeit, die Abilities API für KI-Integration, deutliche Performance-Verbesserungen, neue native Blöcke und der Content-Only Modus im Site Editor.
Was ist neu in WordPress 6.9?
WordPress 6.9 bringt Block-Kommentare, neue Core-Blöcke wie Accordion und Time-to-Read, einen vereinfachten Site Editor sowie die Abilities API als Grundlage für KI-gestützte Workflows.
Lohnt sich ein Update auf WordPress 6.9?
Ja. WordPress 6.9 verbessert Performance, Sicherheit und Zusammenarbeit deutlich. Das Update sollte jedoch zuerst in einer Staging-Umgebung getestet werden.



