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Lesezeit: 12 Minuten

Google zeigt jetzt, wo Ihre Website in KI-Antworten auftaucht — und bietet einen Schalter zum Aussteigen

Seit dem 31. August 2026 zeigt die Google Search Console weltweit, wie oft eine Website in AI Overviews und im AI Mode erscheint — Impressionen, keine Klicks. Dazu ein Schalter zum Ausstieg aus Googles KI-Funktionen. Was die Zahlen taugen.

Daniel Alzer

Daniel Alzer

WP Profis, Stans

Seit dem 31. August 2026 zeigt die Google Search Console jeder Website weltweit, wie oft sie in KI-Antworten auftaucht — und bietet daneben einen Schalter, mit dem man sich vollständig daraus zurückzieht. Beides war seit Juni nur für eine Handvoll Konten in Grossbritannien verfügbar. Damit endet ein Zustand, der zwei Jahre lang für viel Halbwissen gesorgt hat: Bisher liess sich über KI-Sichtbarkeit nur spekulieren. Jetzt gibt es Zahlen. Was sie sagen, was sie ausdrücklich nicht sagen und warum die naheliegende Auswertung falsch ist, steht in diesem Beitrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bericht zeigt Impressionen — keine Klicks. Sie sehen, wie oft Links auf Ihre Website in AI Overviews und im AI Mode eingeblendet wurden, aufgeschlüsselt nach Seite, Land, Gerät und Datum. Klickzahlen liefert Google in diesem Bericht nicht. Wer Ihnen «Traffic aus KI-Antworten» ausweist, hat die Zahl nicht von Google.
  • Nichts davon ist zusätzlicher Traffic. Diese Impressionen stecken bereits im gewohnten Leistungsbericht unter dem Suchtyp «Web». Der neue Bericht schlüsselt einen Teil davon auf. Wer beide Zahlen addiert, zählt doppelt.
  • Der Ausstiegsschalter kostet keine Rankings. Google hält ausdrücklich fest, dass die Einstellung kein Ranking- oder Indexierungssignal für die übrige Suche ist. Er kostet etwas anderes: sämtliche Sichtbarkeit und sämtlichen Verkehr aus den KI-Funktionen.
  • Für die Aufnahme in KI-Antworten verlangt Google keine Sonderbehandlung. In der eigenen Dokumentation steht wörtlich, es brauche keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine «AI text files» und kein spezielles Schema.org-Markup. Wer Ihnen eine llms.txt als Voraussetzung verkauft, verkauft etwas, das Google nicht verlangt.
  • Der Aufwand liegt bei zwanzig Minuten. Bericht öffnen, drei Monate exportieren, mit dem normalen Bericht abgleichen, den Schalter bewusst stehen lassen. Danach haben Sie einen Ausgangswert, gegen den sich künftig messen lässt.

Was seit dem 31. August neu ist

Google hatte beides am 3. Juni 2026 angekündigt: einen Leistungsbericht für die generativen KI-Funktionen der Suche und eine Steuerung, mit der Website-Betreiber ihre Inhalte daraus zurückziehen können. Der Start beschränkte sich damals auf einen Teil der Konten in Grossbritannien. In der Ankündigung steht seit dem 31. August 2026 ein Zusatz: ausgerollt an alle Websites weltweit.

Damit ist zum ersten Mal etwas messbar, worüber seit der Einführung von AI Overviews geredet wird. Bis dahin bestand die Messung von KI-Sichtbarkeit darin, Fragen in ein Suchfeld zu tippen und zu schauen, ob die eigene Website genannt wird — eine Stichprobe von eins, ohne Angabe darüber, wie oft diese Frage überhaupt gestellt wird.

Ein Hinweis zur Erwartungshaltung: Google gibt an, die Berichte seien überall verfügbar, die eigenen Hilfeseiten führen den Rollout aber teilweise noch als unvollständig. Wenn Sie den Bericht in Ihrem Konto nicht finden, ist das kein Fehler Ihrer Website.

Was der Bericht zeigt — und was nicht

Der Bericht heisst in der englischen Oberfläche «Generative AI performance report» und liegt im Leistungsbereich der Search Console. Er umfasst AI Overviews und den AI Mode; für Discover gibt es eine eigene Entsprechung.

EnthaltenNicht enthalten
Impressionen: wie oft Links auf Ihre Website in einer KI-Funktion eingeblendet wurdenKlicks
Seiten: welche Adressen erschienen sind, gruppiert nach kanonischer URLDurchschnittliche Position
Länder und GeräteSuchanfragen
Datum, wahlweise täglich, wöchentlich oder monatlich (US-Pazifikzeit)Trennung zwischen AI Overviews und AI Mode
Zusammenstellung aus der Google-Hilfe zum Bericht. Auf die Frage nach Klickdaten liess Google gegenüber Search Engine Land offen, ob und wann sie folgen.

Die Impression ist dabei je Website gezählt, nicht je Link: Erscheinen mehrere Seiten Ihrer Domain in derselben KI-Antwort, ist das in der Auswertung eine Impression. Das ist bei der Aufschlüsselung nach Seiten zu bedenken — die Summe der Seitenwerte kann höher liegen als der Gesamtwert.

Die fehlenden Klickzahlen sind die eigentliche Nachricht. Sie machen genau die Frage unbeantwortbar, die jeden Betrieb interessiert: Bringt uns das etwas? Was der Bericht beantwortet, ist die Vorfrage: Kommen wir überhaupt vor?

Die Falle: Diese Impressionen sind nicht neu

Die Google-Hilfe hält fest, dass der Bericht Daten aus dem Suchtyp «Web» des gewohnten Leistungsberichts enthält. Auf Deutsch: Ihre KI-Impressionen wurden bereits gezählt, seit es AI Overviews gibt. Sie steckten nur unaufgeschlüsselt im Gesamtwert.

Daraus folgt dreierlei. Erstens: Es gibt keinen Zuwachs zu feiern — der neue Bericht schafft Einsicht, nicht Reichweite. Zweitens: Wer den KI-Wert zum Gesamtwert addiert, zählt doppelt; in einem Monatsbericht an die Geschäftsleitung ist das ein handfester Fehler. Drittens, und das ist der nützliche Teil: Aus dem Verhältnis der beiden Zahlen lässt sich ein Anteil bilden. Wie viel Prozent unserer Sichtbarkeit findet in KI-Antworten statt? Diese Kennzahl ist neu, und sie ist über die Zeit vergleichbar.

Für eine Schweizer KMU-Website mit überschaubaren Zahlen empfiehlt sich dabei ein längerer Zeitraum. Bei zweihundert Impressionen im Monat ist der Unterschied zwischen zwölf und achtzehn KI-Impressionen kein Trend, sondern Rauschen.

Der Schalter zum Aussteigen — und was er kostet

Die zweite Neuerung heisst «Search generative AI control» und sitzt in den Einstellungen der Search Console. Standardmässig ist sie eingeschaltet: Die Inhalte dürfen in den KI-Funktionen erscheinen und deren Antworten mit Belegen unterlegen.

Schaltet man sie aus, werden die Inhalte in AI Overviews, im AI Mode und in den generativen KI-Funktionen von Discover nicht mehr gezeigt — auch nicht als Link. Google nennt für die Wirkung ein bis zwei Tage, mit Ausreissern nach oben durch Zwischenspeicher.

Der entscheidende Satz steht in der Hilfe zur Einstellung: Die Steuerung wirke sich nur auf die genannten KI-Funktionen aus und werde nicht als Ranking- oder Aufnahmesignal für andere Teile der Suche verwendet. Wer also befürchtet, ein Ausstieg werde mit schlechteren Positionen bestraft, kann das abhaken — Google schreibt das Gegenteil.

Trotzdem ist der Schalter für die meisten Unternehmenswebsites die falsche Wahl. Die Begründung ist schlicht: Sie verlieren die Erwähnung, nicht die Konkurrenz. Google beantwortet die Frage weiterhin, nur eben mit Quellen anderer Anbieter. Ein Rückzug ist ein Verzicht auf Sichtbarkeit ohne Gegenleistung.

Es gibt Fälle, in denen die Überlegung dennoch berechtigt ist: bei Inhalten hinter einer Bezahlschranke, bei Nachschlagewerken, deren ganzer Wert im Nachschlagen liegt, und bei Inhalten, die aus rechtlichen Gründen nicht ohne ihren Zusammenhang wiedergegeben werden sollen. Das sind Sonderfälle, keine Regel. Und die Entscheidung gehört dokumentiert, nicht im Vorbeigehen geklickt — sie wirkt für die gesamte Property.

Was Google für KI-Sichtbarkeit ausdrücklich nicht verlangt

Rund um die KI-Suche ist ein Markt für Sonderleistungen entstanden: eigene Textdateien im Wurzelverzeichnis, zusätzliches Markup, «KI-optimierte» Seitenstrukturen. Googles Dokumentation zu den KI-Funktionen widerspricht dem ausdrücklich. Dort steht, man müsse keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine «AI text files» und kein Markup erstellen, um in diesen Funktionen zu erscheinen; es gebe auch keine besonderen strukturierten Daten nach Schema.org, die man ergänzen müsse. Für die Aufnahme in AI Overviews und den AI Mode gebe es keine zusätzlichen Anforderungen und keine besonderen Optimierungen.

Das deckt sich mit dem, was wir in GEO und SEO beschrieben haben: Die Währung verschiebt sich von der Position zur Zitierbarkeit, die Grundlage bleibt dieselbe. Verständliche Sprache, saubere Struktur, nachvollziehbare Belege, erkennbare Urheberschaft, aktuelle Angaben. Wer eine Seite so baut, dass ein Mensch die Antwort auf seine Frage findet, hat auch für die Maschine das Richtige getan.

Was technisch trotzdem zählt, ist banaler: Die Seite muss abrufbar und indexierbar sein, Snippets dürfen nicht per nosnippet oder max-snippet beschnitten sein, und Inhalte, die erst nach einem Klick nachgeladen werden, existieren für die Auswertung nicht. Das sind alles keine KI-Themen. Das sind Hausaufgaben.

Warum Google gerade jetzt Zahlen liefert

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Der September-Bericht von Search Engine Roundtable, der die Ereignisse des Vormonats zusammenfasst, listet einen ganzen Block von Änderungen, die alle in dieselbe Richtung zeigen: Google baut den AI Mode aus und führt Suchende dorthin. Der «Show more»-Knopf, mit dem man eine AI Overview aufklappte, verschwindet zugunsten eines direkten Übergangs in den AI Mode. Der AI Mode erhielt Link-Karussells für laufende Ereignisse sowie Funktionen für Flug- und Hotelbuchungen.

Eine Präzisierung dazu, weil sie derzeit oft verkürzt wiedergegeben wird: Dass im AI Mode das Modell Gemini 3.7 Flash arbeitet, gilt laut Googles eigener Ankündigung für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra in englischer Sprache. Es ist nicht die Ausstattung, die jede Person in der Schweiz auf google.ch antrifft.

Dazu kam vom 18. bis 21. August das Spam Update, dessen Reichweite wir in einem eigenen Beitrag eingeordnet haben. Für die Auswertung des neuen Berichts ist das praktisch relevant: Wer jetzt zum ersten Mal Zahlen ansieht und einen Rückgang findet, hat mindestens zwei mögliche Ursachen im selben Zeitraum. Trennen lässt sich das nur über den genauen Tag des Einbruchs.

Was jetzt zu tun ist

  1. Ausgangswert sichern. Öffnen Sie den Bericht in der Search Console, stellen Sie den grösstmöglichen Zeitraum ein und exportieren Sie ihn. Diese Datei ist Ihr Nullpunkt — in sechs Monaten ist sie nicht mehr rekonstruierbar.
  2. Anteil ausrechnen. KI-Impressionen geteilt durch die Gesamtimpressionen des Suchtyps «Web» im selben Zeitraum. Notieren Sie den Wert mit Datum. Er ist die einzige Kennzahl aus diesem Bericht, die über die Zeit etwas aussagt.
  3. Die drei stärksten Seiten ansehen. Welche Inhalte werden zitiert? In aller Regel sind es die, die eine konkrete Frage vollständig beantworten — nicht die Verkaufsseiten. Das ist ein Hinweis darauf, was Sie mehr davon brauchen.
  4. Den Schalter prüfen und stehen lassen. Einmal nachsehen, dass die Einstellung eingeschaltet ist, und die Entscheidung mit Datum festhalten. Wichtig für Betriebe mit mehreren Personen im Konto: Der Schalter wirkt für die ganze Property, und er wirkt schnell.
  5. Erwartungen ordnen. Weniger Klicks bei gleichbleibenden Impressionen ist der zu erwartende Verlauf, kein Alarmzeichen. Was zählt, ist, was die verbleibenden Besucher tun: Anfragen, Telefonate, Offerten. Diese Zahlen stehen nicht in der Search Console.

Fazit

Zwei Jahre lang war KI-Sichtbarkeit ein Thema, über das man Meinungen haben konnte. Seit dem 31. August gibt es dazu Daten — unvollständige, aber echte. Der ehrlichste Umgang damit ist, sie als das zu nehmen, was sie sind: ein Anwesenheitsnachweis, keine Erfolgsmessung.

Und die praktische Konsequenz ist unspektakulär. Es gibt keine Datei, die man hochlädt, und kein Markup, das man ergänzt — Google schreibt das selbst. Es gibt Inhalte, die eine Frage beantworten, und solche, die es nicht tun. Der Unterschied war schon immer entscheidend, er wird jetzt nur schneller sichtbar.

Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre Website steht: Schicken Sie uns die Adresse. Sie erhalten innert einem Werktag eine Einschätzung — welche Inhalte in KI-Antworten Chancen haben, welche technischen Punkte im Weg stehen und welche Massnahmen sich nicht lohnen. Das ist der kostenlose SEO-Check; der direkte Weg führt über das Kontaktformular.

Häufige Fragen

Ich finde den Bericht in meiner Search Console nicht. Was mache ich falsch?

Vermutlich nichts. Google gibt den Rollout als weltweit abgeschlossen an, führt ihn auf den eigenen Hilfeseiten stellenweise aber noch als laufend. Prüfen Sie ausserdem, ob Sie in der richtigen Property sind — bei einer URL-Property mit https://www. sehen Sie andere Daten als in der Domain-Property. Wenn beides stimmt, hilft nur warten.

Sind AI-Mode-Klicks in meinen normalen Klickzahlen enthalten?

Ja. Klicks aus KI-Funktionen der Suche zählen im gewohnten Leistungsbericht unter dem Suchtyp «Web» mit. Was fehlt, ist die Aufschlüsselung: Der neue Bericht trennt die Impressionen heraus, die Klicks nicht. Sie sehen also, wie oft Sie eingeblendet wurden, aber nicht, wie oft daraufhin jemand kam.

Brauche ich eine llms.txt?

Für Google nicht. Die Dokumentation zu den KI-Funktionen sagt ausdrücklich, es brauche keine neuen maschinenlesbaren Dateien und keine «AI text files». Die Datei ist ein Vorschlag aus der Community, den kein grosser Anbieter als Voraussetzung führt. Schaden richtet sie keinen an, sie ersetzt aber nichts — und sie ist kein Grund für eine Rechnung.

Wenn ich aussteige, verschwinden meine Inhalte dann aus ChatGPT und anderen Assistenten?

Nein. Die Einstellung betrifft ausschliesslich die generativen KI-Funktionen der Google-Suche. Andere Anbieter steuert man über die robots.txt und die jeweiligen Kennungen ihrer Crawler — eine getrennte Entscheidung mit getrennten Folgen.

Unsere Impressionen steigen, die Klicks sinken. Ist das schlecht?

Es ist der erwartbare Verlauf, wenn Antworten zunehmend auf der Ergebnisseite selbst gegeben werden. Entscheidend ist, was danach passiert: Google gibt an, Klicks von Ergebnisseiten mit AI Overviews seien von höherer Qualität, die Besucher blieben länger. Prüfen können Sie das nur an Ihren eigenen Zahlen — Verweildauer, Anfragen, Telefonate. Wenn die Anfragen stabil bleiben, während die Klicks sinken, ist nichts kaputt.

Gilt das alles auch für die Schweiz?

Der Bericht und der Schalter sind seit dem 31. August 2026 weltweit ausgerollt, also auch für Schweizer Properties. Beim AI Mode selbst ist die Ausstattung je nach Sprache und Abonnement unterschiedlich — die Angaben zum Modell Gemini 3.7 Flash beziehen sich auf englischsprachige Abonnenten von Google AI Pro und Ultra.

Quellen

Stand: 7. September 2026. Die Bezeichnungen der Berichte und Einstellungen sind der englischsprachigen Oberfläche entnommen; in der deutschen Search Console können sie abweichen. Sollte Google Klickdaten für die KI-Funktionen nachliefern, ergänzen wir den Beitrag.

Daniel Alzer

Über den Autor

Daniel Alzer — Inhaber & Geschäftsführer, WP Profis

Entwickelt und betreut seit über zehn Jahren WordPress-Websites für KMU in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Mehr über uns →

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