WordPress betreibt rund 41 % aller Websites weltweit und rund 59 % aller mit einem CMS gebauten Seiten (W3Techs, 2026) — kein anderes System kommt annähernd heran. Trotzdem ist WordPress nicht automatisch für jeden die richtige Wahl. Baukästen wie Wix oder Jimdo haben ihre Berechtigung. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an, was Sie vorhaben.
Die Grundsatzfrage «WordPress oder Baukasten?» stellt sich am Anfang fast jedes Website-Projekts. Dieser Beitrag ordnet die beiden Ansätze ein — ohne Glaubenskrieg, mit Blick auf Kontrolle, Aufwand und die langfristige Perspektive.
Das Wichtigste in Kürze
- Baukasten: schnell und einfach zu starten, alles aus einer Hand — dafür an die Plattform, ihre Grenzen und ihr Abo gebunden.
- WordPress: volle Kontrolle, nahezu unbegrenzt erweiterbar, die Website gehört Ihnen — dafür brauchen Sie Hosting und Pflege.
- Eigentum: Bei WordPress können Sie Inhalte und Website mitnehmen; bei einem Baukasten ist der Umzug weg oft schwierig.
- Faustregel: Kleine, einfache Seite ohne Ambitionen → Baukasten kann reichen. Wachstum, Individualität, Unabhängigkeit → WordPress.
Baukasten oder WordPress — der Grundunterschied
Ein Website-Baukasten wie Wix oder Jimdo ist ein geschlossenes Rundum-Paket: Editor, Hosting und Wartung kommen aus einer Hand, gegen eine monatliche Gebühr. Das macht den Start einfach — begrenzt Sie aber auf das, was die Plattform vorsieht. WordPress ist quelloffene Software, die Sie auf einem Hosting Ihrer Wahl betreiben. Sie gibt Ihnen volle Kontrolle und lässt sich über tausende Erweiterungen an fast jeden Bedarf anpassen — dafür tragen Sie die Verantwortung für Hosting, Updates und Sicherheit (oder geben sie an einen Partner ab).
| Kriterium | Website-Baukasten (Wix, Jimdo) | WordPress |
|---|---|---|
| Einstieg | Sehr einfach, alles aus einer Hand | Etwas mehr Einrichtung nötig |
| Kontrolle & Eigentum | An die Plattform gebunden | Voll — Website und Daten gehören Ihnen |
| Flexibilität | Auf den Funktionsumfang begrenzt | Nahezu unbegrenzt erweiterbar |
| Laufende Pflege | Übernimmt die Plattform | Sie oder Ihre Agentur |
| Kostenmodell | Laufendes Abo | Hosting + ggf. Erweiterungen, kein Plattform-Abo |
| Wechsel weg | Schwierig (Lock-in) | Inhalte und Seite mitnehmbar |
Wann ein Baukasten reicht
Für eine kleine, überschaubare Visitenkarten-Website ohne besondere Ansprüche kann ein Baukasten die pragmatische Wahl sein: Sie sind schnell online, müssen sich um nichts Technisches kümmern und zahlen einen festen Monatsbetrag. Wenn Sie sicher sind, dass die Seite klein und einfach bleibt, keine speziellen Funktionen braucht und Sie die Bindung an eine Plattform nicht stört, spricht wenig dagegen.
Wann WordPress die bessere Wahl ist
Sobald die Website mehr leisten soll, spielt WordPress seine Stärken aus: individuelles Design statt Vorlagen-Enge, einen Onlineshop, mehrsprachige Inhalte, Schnittstellen zu anderen Systemen oder anspruchsvolle Suchmaschinenoptimierung. Entscheidend ist auch die langfristige Perspektive — bei WordPress gehört Ihnen die Website, Sie können den Hoster wechseln und die Inhalte mitnehmen. Diese Unabhängigkeit ist der Grund, warum professionelle Websites so oft auf WordPress laufen.
Für Webseitenbetreiber: Was bedeutet das für Ihre Website?
Stellen Sie sich zwei Fragen: Soll die Website mit Ihrem Unternehmen mitwachsen? Und wie wichtig ist Ihnen Unabhängigkeit von einer einzelnen Plattform? Zweimal «wichtig» spricht klar für WordPress. Der oft genannte Nachteil — die Pflege — lässt sich delegieren, sodass Ihnen die Vorteile bleiben, ohne den technischen Aufwand. Wie ein professionelles WordPress-Projekt abläuft, lesen Sie in unserem Beitrag WordPress-Website erstellen lassen; die Umsetzung übernimmt unsere Webentwicklung & Design.
Für Agenturen und Entwickler: die technische Perspektive
WordPress überzeugt technisch durch Offenheit: eigener Server, voller Datenbank- und Dateizugriff, Versionskontrolle, Staging und CI/CD sind möglich — bei einem geschlossenen Baukasten nicht. Über Hooks, die REST-API und eigene Blocks lässt sich praktisch jede Anforderung umsetzen, inklusive Headless-Architekturen. Der Preis der Freiheit ist Betriebsverantwortung: Updates, Sicherheit und Performance liegen im eigenen Verantwortungsbereich. Für Kundenprojekte mit Individualisierungs- oder Integrationsbedarf ist genau das der Grund, WordPress zu wählen.
Fazit
Ein Baukasten ist bequem für den einfachen Einstieg, WordPress ist die Wahl für Kontrolle, Individualität und Unabhängigkeit. Wenn Ihre Website ein Aushängeschild ist, mitwachsen und Ihnen wirklich gehören soll, führt an WordPress selten ein Weg vorbei — und die Pflege müssen Sie nicht selbst tragen. Entscheidend ist nicht die Technik an sich, sondern wie gut sie zu Ihren Zielen passt.
Häufig gestellte Fragen: WordPress vs. Baukasten
Ist WordPress schwieriger als ein Baukasten?
Die erste Einrichtung ist bei WordPress etwas aufwändiger, weil Sie Hosting und Grundkonfiguration brauchen. Der tägliche Betrieb — Inhalte pflegen, Beiträge schreiben — ist mit dem modernen Block-Editor aber komfortabel. Und den technischen Teil können Sie an eine Agentur abgeben, sodass Sie die Vorteile ohne den Aufwand nutzen.
Kann ich später von einem Baukasten zu WordPress wechseln?
Grundsätzlich ja, aber es ist selten ein Knopfdruck. Baukästen erschweren den Export oft, sodass Inhalte teils neu aufgebaut werden müssen. Genau deshalb lohnt es sich, die Grundsatzfrage früh zu klären — ein späterer Umstieg kostet mehr als der gleich passende Start. Wir unterstützen bei solchen Umzügen.
Was ist auf Dauer günstiger?
Das hängt vom Projekt ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Ein Baukasten hat ein festes Monats-Abo; bei WordPress zahlen Sie Hosting und je nach Bedarf Erweiterungen und Pflege, aber keine Plattform-Gebühr. Wichtiger als der Monatspreis ist meist, was Sie bekommen — und ob die Lösung mit Ihren Zielen mitwächst. Was für Ihren Fall sinnvoll ist, schätzen wir im kostenlosen Erstgespräch ein.
Warum ist WordPress so verbreitet?
Weil es offen, flexibel und unabhängig ist: WordPress betreibt rund 41 % aller Websites und rund 59 % aller CMS-Seiten. Diese Verbreitung sorgt für ein riesiges Ökosystem an Erweiterungen, Fachleuten und Wissen — ein Vorteil, der sich selbst verstärkt und den kein geschlossener Baukasten bietet.
Quellen
- W3Techs — Usage statistics of WordPress (2026)
- Kinsta — WordPress Market Share Statistics (2026)



